»Online betrogen?« – Der Ratgeber für Frauen Bestellung

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          Matthias Bald

          Dipl.-Sozialpädagoge:
          Eltern-Medientrainer, Media-Protect-Coach
          (freier Mitarbeiter bei return – Fachstelle Mediensucht)

          m.bald@comet-medientraining.de
          Telefon 0170-7533950

          Cornelia Busche

          Systemische Beraterin (i.A.)
          Fortgebildet in ESSP (Entwicklungssensible Sexualpädagogik):
          Prävention (ehrenamtlich)

          c.busche@return-hannover.de

          12/2015 »Statements«

          Diese Statements wurden verfasst vor dem Hintergrund, dass die Stadt Hannover die finanzielle Förderung unserer wachsenden Beratungsarbeit nach einem ersten Förderzeitraum (2013 – 2015) leider ab 2016 nicht mehr fortgeführt hat.

          Statements: 

          Martin Kindlogo h96
          Geschäftsführer von Hannover 96 GmbH &Co.KGaA

          Respekt für das Engagement der Fachstelle return. Dieses Angebot muss auch in Zukunft Bestand haben!

          Prof. Dr. habil. Stefan PiaseckiCVJM Logo
          CVJM Hochschule Kassel

          Die Fachstelle Mediensucht “ Return“ ist eine Beratungsstelle mit einer langen Tradition, wenn wir bedenken, dass sich seit ihrer Gründung im Jahr 2008 mehrere technologische Generationswechsel ereignet haben.  Mir ist die Beratungsstelle seit Jahren aus der Praxis und Literatur bekannt. Die Stadt Hannover verfügt damit über eine eingesessene und vor allem auskunftsfähige Einrichtung, die zu schließen nicht nur für die von Sucht Betroffenen ein Verlust wäre, sondern auch den Verlust von Fachwissen und -kompetenz bedeutete.  Als Standort der Computermesse CeBIT, als Landeshauptstadt und als Wissenschaftsstandort erscheint mir das Ansinnen mehr als zweifelhaft und einer weiteren Reflexion bedürftig.

           

          Prof. Dr. med. Thomas HillemacherRT_partner3
          Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor, Leiter des Bereichs Suchtmedizin, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Hochschule Hannover

          (…)Zwischen der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Fachstelle return bestehen zahlreiche Kooperationen, zum Teil schon seit vielen Jahren.

          Zum einen wäre hier die enge Vernetzung zwischen der MHH und der Fachstelle im Rahmen des Netzwerkes Medienabhängigkeit Region Hannover zu nennen (…). Dabei spielt auch die klinische Versorgung betroffener Menschen mit Medienabhängigkeit eine wesentliche Rolle, wobei aufgrund unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und der besonderen Möglichkeiten der MHH im Bereich der psychiatrisch-somatischen Abklärung häufig Betroffene in die jeweils andere Einrichtung vermittelt werden.

          Zum anderen existiert eine enge Zusammenarbeit bei verschiedenen Studien, bei welcher wir von der Fachstelle return insbesondere bei der Akquise von Betroffenen für Forschungsprojekte in der Vergangenheit wie auch aktuell intensiv unterstützt werden. Die Zusammenarbeit mit der Fachstelle return stellt sich dabei ausgesprochen positiv dar. Als eine Beratungsstelle mit langjähriger Erfahrung in der Beratung und Betreuung von Betroffenen mit Internet- und Computerspielabhängigkeit ist die Fachstelle return eine zweifelsohne wichtige und wertvolle Institution in der Region Hannover (…). Es handelt sich dabei aus meiner Sicht um eine unbedingt förderungswürdige Einrichtung. (…)

          Die Kollegialen Berater Sucht der Sparkasse Hannover Sparkasse Logo

          Sehr geehrte Damen und Herren,

          dem Artikel der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 10.11.2015 mussten wir entnehmen, dass im Haushaltsentwurf der Landeshauptstadt Hannover für das Jahr 2016 keine Mittel mehr für return – Fachberatungsstelle Mediensucht vorgesehen sind.

          Zwar ist Mediensucht noch nicht als Krankheit anerkannt, dennoch werden die Mittel für notwendige Therapien auf diesem Gebiet schon von den Kostenträgern bereitgestellt und alle Statistiken zeigen den deutlichen Anstieg der teilweise pathologischen Internetnutzung.

          Umso wichtiger sind Einrichtungen, die einerseits präventiv tätig werden und anderseits Betroffene fachgerecht beraten und in entsprechende Therapien vermitteln können.

          Wir Kollegialen Berater Sucht der Sparkasse Hannover haben die Mitarbeiter von Return sowohl im persönlichen Gespräch als auch in der individuellen Beratung und in der präventiven Aufklärungsarbeit als engagierte und kompetente Ansprechpartner kennen- und schätzen gelernt und sind entsetzt über den geplanten Fortfall der Förderung von return.

          Fachgerechte Beratung und Präventionsarbeit lindern nicht nur menschliches Leid bzw. verhindern seine Entstehung, sondern tragen auch entscheidend zur Wiederherstellung bzw. Erhaltung von Arbeitskraft bei und sind somit auch im wirtschaftlichen Interesse der Landeshauptstadt Hannover.

          Wir appellieren an Sie als verantwortliche Volksvertreter, dem Entwurf in diesem Punkt nicht zu folgen und die Einrichtung return – Fachstelle für Mediensucht auch künftig angemessen finanziell zu unterstützen.

           

          Dr. Theo WesselLogo-GVS
          Geschäftsführer Gesamtverband Suchthilfe e.V. (GVS), Berlin 

          Sehr geehrte Damen und Herren, 

          die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachstelle return haben als eine der ersten Einrichtungen bundesweit schon vor Jahren die zunehmende Problematik der exzessiven Mediennutzung erkannt und mit großem Engagement ein professionelles und wegweisendes Beratungsangebot auf den Weg gebracht. Es ist daher inakzeptabel, wenn Politik mit dem Hinweis auf die Haushaltskonsolidierung ein derart innovatives und in Zukunft fraglos noch notwendiger werdendes Beratungsangebot in seiner Existenz gefährdet.

          Der Gesamtverband der Suchthilfe (GVS) als Fachverband der Diakonie Deutschland fordert, das Beratungsangebot von return in Hannover auch weiterhin durch kommunale Mittel und Landesmittel zu fördern.

          Ex-Computerspielsüchtiger und Ex-Klient, Stud.Sozpäd.

          return die Finanzierung zu entziehen, ist in etwa so, als würde man auf einer Nordpolexpedition den Schlittenhund, der die meiste Erfahrung hat und immer leidenschaftlich vorneweg zieht, einige Hundert Meter nach dem Start erschießen, weil er gebellt hat. Der Grund des Bellens ist dabei scheinbar egal.

           

          Mitglieder des Traumanetzwerks Hannover:

          Kerstin Hartung, Uta Mühle, Gabriele Deppe (psych. Psychotherapeutinnen), Jutta Münnighoff (AMANDA e.V.), Sabine Mascher (Beratungsstelle Kirchröder Turm), Cinderella von Dungen (broken hearts Stiftung), Birgit Baron (BASTA Mädchen- und Frauenberatungszentrum), Petra Eylmann (Ärztin / psychotherapeutische Praxis), Ulrike Frost (Dipl. Psych.), Edeltraud Jäger (Dipl. Psych. Beratungsstelle K-Punkt), Michael Borkowski (Beratungspraxis Aufwind), Bernhard Müller-Prange (Traumaberater, Männerbüro Hannover)

          Die unter Jugendlichen weit verbreitete Internetpornografie, die zu einer schnellen und intensiven sexuellen Erregung und damit zur Sucht führen kann, ist seit längerem ein Schwerpunkt der Beratungsstelle.

          Eine mögliche Entwicklung durch das Internet beinhaltet, dass sehr junge Menschen – meist ohne Wissen ihrer Eltern – sich regelmäßig Videos von Vergewaltigungen, Kinderpornografie, Sex mit Tieren, Gruppenvergewaltigungen/„Gangbangs“ etc. anschauen. Neben einer Suchtgefährdung fördert dies eine egozentrische Anspruchshaltung hinsichtlich der Verfügbarkeit jedweder Formen von Sexualität und erschwert das Erlernen von Triebaufschub, Empathie und Rücksichtnahme in sexuellen Beziehungen.  Da die Videos sehr archaische Triebe ansprechen und dabei besonders auf Macht und Dominanz fokussieren, erleben die überwiegend männlichen Konsumenten, die solche Videos sehen, zartere erotische Begegnungen nicht mehr als stimulierend. Durch wissenschaftliche Studien konnte belegt werden, dass  Jugendliche und junge Erwachsene über diese durch das Internet trainierten Sehgewohnheiten veränderte Erwartungen an ihre Beziehungspartner entwickeln.

          Mädchen und junge Frauen geraten so immer häufiger in Situationen, die pornografisch erzeugten Erwartungen der Jungen/Männer meinen befriedigen zu müssen und in Folge ihre eigenen Bedürfnisse und/oder die Grenzen ihrer Scham zu missachten. Um die gestiegenen pornografisch erzeugten Bedürfnisse zu befriedigen, nimmt nicht nur die Gewalt in der Pornografie, sondern auch die Gewalt und Perversionen, die an Prostituierten verübt werden, zu. Ein Großteil wird zur Sexarbeit gezwungen. Die sogenannte  moderne Sexsklaverei ist ein weltweit boomendes Geschäft. Laut Europol handelt es sich um das am schnellsten wachsende kriminelle Gewerbe. Man schätzt, dass weltweit über 20 Millionen Frauen und Mädchen zur Sexarbeit gezwungen werden. Als Gesellschaft sind wir gefordert, diese Gefahr sehr ernst zu nehmen. Lehrer, Eltern und Erzieher müssen über die Gefahren des Internet und die möglichen Folgen Bescheid wissen. Es ist zu überlegen, ob unsere Toleranzkultur hier ihre Grenze erreicht. Technische Begrenzungen sind möglich und notwendig, um insbesondere jüngere Kinder vor verstörenden Inhalten zu schützen. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation (www.dgtd.de) wurde in Zusammenarbeit zwischen dgtd und “return” ein Memorandum Cybersex verfasst mit dem Ziel, über die Folgen eines ungebremsten Pornografiekonsums aufzuklären. Denn wichtig ist, dass wir die Werte Bindung, Vertrauen und Achtung vor dem Anderen, auf denen unsere demokratische Gesellschaft fußt, aktiv verteidigen. Dazu gehört auch, Heranwachsende präventiv, ohne sie in ihrer sexuellen Selbstbestimmung zu behindern, über die Risiken von harter Pornographie mit Darstellungen von sexueller Gewalt und Mißhandlungen aufzuklären.

          Die Fachberatungsstelle “return” wendet sich aufgrund der von ihr analysierten wissenschaftlichen Studien gegen eine Normalisierung und Verharmlosung von Pornografie, die von Darstellungen sexueller Gewalt dominiert wird. Wir TraumatherapeutInnen- und berater(innen) wissen um den Schaden sexueller Gewalt, der Menschenleben zerstören kann und sind dauerhaft mit den Folgen der häufig  organisierten sexuellen Gewalt konfrontiert.

          Wir appellieren an die Stadt, die notwendige Arbeit der Beratungsstelle, die uns ein wichtiges Anliegen ist,  weiter zu fördern, zu unterstützen und für ihre Verbreitung zu sorgen.   

           

          Prof. Dr. Paula Bleckmann
          Professorin für Medienpädagogik an der Alanus Hochschule, Alfter
          Erste Vorsitzende MEDIA PROTECT e.V. – Familien stärken im digitalen Zeitalter

          Fachstelle Return als wertvolle Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis weiterfinanzieren!
          In den letzten Jahren hat das Thema „Wie beugt man gegen problematische Bildschirmmediennutzung bis hin zur Mediensucht vor?“ immer weiter an Bedeutung gewonnen. Die Fachstelle Return hat in diesem Bereich Pionierarbeit geleistet und tut dies immer noch, indem sie aus der umfassenden Praxiserfahrung heraus stets neue Ideen und Angebote entwickelt. Als Wissenschaftlerin mit einem Forschungsschwerpunkt auf dieser Thematik war es eine große Bereicherung für das Präventionsprojekt MEDIA PROTECT, mit Herrn Eberhard Freitag einen Praktiker mit im Team zu haben, der vielfältige Impulse für die (Weiter)-Entwicklung der Intervention beigetragen hat. Als uns 2014 die Zusage für die Finanzierung einer Evaluationsstudie durch das Bundesforschungsministerium erreichte, und als demnach anstand, eine Multiplikatoren-Schulung zum MEDIA PROTECT Coach zu konzipieren, konnten wir erneut auf den reichen Erfahrungsfundus des Return-Teams in der Elternbildung und Multiplikatorenfortbildung zurückgreifen: Das Team der Fachstelle Return hat zur konzeptionellen Entwicklung beigetragen und Eberhard Freitag hat persönlich durch seine Referententätigkeit an den Fortbildungen mitgewirkt. return zeichnet sich als Einrichtung auch dadurch besonders aus, dass die Mitarbeiter ein Engagement für die Menschen und für die Sache erbrachten und erbringen, immer wieder auch lange bevor diese Sache als Problemfeld überhaupt anerkannt und finanziert wurde. In der Zusammenarbeit mit der Fachstelle habe ich den Eindruck von den Mitarbeitern gewonnen als weltoffenen Personen, die ihre Arbeit an einer guten Balance zwischen fundierten wissenschaftlichen und methodischen Kenntnissen und Achtsamkeit für das jeweilige menschliche Gegenüber ausrichten. Als habilitierte Gesundheitspädagogin würde ich besonders die wichtigen Beiträge zur primären ressourcenorientierten Medien(sucht)prävention vermissen, die durch die Fachstelle in den letzten Jahren geleistet wurden.
          Es würde der Gefährdung des Fortbestehens einer wichtigen Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis gleichkommen, wenn die Finanzierung durch die Stadt Hannover gekürzt oder gar vollständig eingestellt würde. Ich möchte Sie herzlich bitten, diese weitreichende Entscheidung nochmals zu überdenken.

          Prof. (US) Dr. Jakob Pastötterlogo DGSS
          Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS)

          Return hat es fertig gebracht, wissenschaftliche Erkenntnisse für den Einsatz in der Sexualaufklärung für Jugendliche so aufzubereiten, dass jederzeit die Schamgrenzen gewahrt bleiben, und gleichzeitig alle wichtigen Informationen vermittelt werden. Return leistet damit einen nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag für die Entwicklung hin zu einer selbstbestimmten Sexualität und bietet den „stillen Erziehern“ aus dem Internet ein Gegengewicht. (…)Return hat Jugendlichen mit „Fit for Love“ die Möglichkeit an die Hand gegeben, Pornographie und ihre Wirkung auf sie selbst zu verstehen und zu begreifen. Besonders hervorzuheben ist, dass „Fit for Love“ völlig ohne staatliche Förderung entstanden ist.

          Was jedoch der staatlichen Unterstützung bedarf, ist die praktische suchttherapeutsiche Arbeit mit Menschen, die aufgrund ihrer Mediensucht bzw. Internet-Sexsucht nicht mehr mit ihrer Sexualität und Partnerschaft zurecht kommen. Hierfür gibt es bundesweit nur sehr wenige professionelle Hilfsangebote. Therapeutische Beratung darf nicht vom Geldbeutel der Hilfesuchenden abhängig gemacht werden.

          Roland JohannesRT_partner6
          Geschäftsführer der evang. Landesarbeitsgemeinschaft Sucht 

          Mit großer Bestürzung haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Stadt Hannover beabsichtigt, die institutionelle Förderung für return – Fachstelle Mediensucht ab dem kommenden Jahr, einzustellen. Diese Entscheidung ist für uns als Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Suchtfragen (ELAS) absolut nicht nachvollziehbar:

          Mit return – Fachstelle Mediensucht als Mitgliedseinrichtung der ELAS besteht in der Stadt bzw. Region Hannover eine der wenigen profilierten Fachberatungsstellen bundesweit, die sich bereits seit Jahren sehr engagiert mit der Problematik der exzessiven Mediennutzung auseinandersetzt und differenzierte Hilfsangebote für unterschiedliche Zielgruppen anbietet. Da durch die zunehmende Versorgung mit Online-Angeboten gerade auch bei Kindern und Jugendlichen absehbar ist, dass die Problemlagen in diesem Feld in Zukunft noch weiter zunehmen, ist es aus unserer Sicht dringend notwendig, Angebote, wie return – Fachstelle Mediensucht, die seit Jahren an dieser Stelle  professionelle Hilfen bereitstellt in Zukunft noch weiter auszubauen, statt sie durch das Ende der institutionellen Förderung in ihrer Existenz zu bedrohen. Die von Jahr zu Jahr steigenden Klientenzahlen und die Fülle der Kooperationen zeigen, dass die Fachstelle return einen festen und wichtigen Platz in der psychosozialen Versorgungslandschaft von Stadt und Region Hannover, aber auch darüber hinaus eingenommen hat.

           Anzumerken ist auch, dass die MitarbeiterInnen der Fachstelle neben ihrem Engagement in Beratung und Prävention vor Ort Initiativen wie das fundierte Fachbuch zur Prävention von jugendlichem Internetpornografie-Konsum „Fit for Love?“ anstossen, die bundesweite Bedeutung haben.

           Als ELAS haben wir uns über die letzten Jahren an unterschiedlichen Stellen von dem hohen fachlichen Standard der Arbeit von return überzeugen können und haben die fachliche Kompetenz der Mitarbeitenden für interne Beratungsprozesse, die dann wieder in Konzepte anderer Mitgliedseinrichtungen eingeflossen sind, gern genutzt. Nur so konnte dieses Kompetenznetzwerk Mediensucht in dieser Qualität in Stadt und Region Hannover entstehen.  Im Wissen um die hohe Relevanz dieses Themas in seinen vielfältigen Facetten wollen und müssen wir die Möglichkeiten der Information nicht nur der Jugendlichen sondern auch der Personen in ihrem sozialen Umfeld künftig ausbauen und weiterentwickeln.  Wir bitten Sie herzlich darum, alles in Ihren Möglichkeit

          en stehende zu tun, um die Förderung dieser wichtigen Arbeit auch für das Jahr 2016 und darüber hinaus zu gewährleisten.

          Arben TahiriNTV-Logo
          Internatsleiter des Niedersächsischen Tennisverbandes e.V. (NTV)

          Wir haben mit Erstaunen mitbekommen, dass die Förderung der Fachstelle return für 2016 eingestellt werden soll. Dieser Entschluss ist nicht hinnehmbar, geschweige denn nachvollziehbar, da das Thema Mediensucht in Zukunft sicher eine noch größere Rolle spielen wird!

          Wir konnten die Fachstelle auf einer Eltern- sowie Präventionsveranstaltung erleben und möchten sie bitten Ihrer Entscheidung zu überdenken. Return muss weiter gefördert werden!

           

          Steffanie HolzgreveGymn. Isernhagen
          LehrerinPräventionsbeauftragte des Gymnasiums Isernhagen

          Mit Bestürzung haben wir erfahren, dass die Fördermittel der Stadt Hannover für „return“, die hoch angesehene Fachstelle für 

          Mediensucht und Prävention, gestrichen werden sollen. Als langjährige Kooperationspartner von „return“ ist dies aus Sicht unserer Schule eine fatale Fehlentscheidung. Seit fünf Jahren leisten die Mitarbeiter von „return“ hervorragende Aufklärungs- und Präventionsarbeit mit unseren Schülern im neunten Jahrgang, die von den Veranstaltungen zum Thema Medien- und Onlinesucht, Computerspiele und exzessiver Medienkonsum sowie Internetpornografie begeistert sind. (…) Unsere Schüler nehmen den Umgang der ihre Lebenswelt und Würde achtenden Auseinandersetzung mit ihnen dankbar und wissbegierig auf. Sie fühlen sich verstanden, respektiert, ernst genommen und bereichert durch die vermittelten Inhalte, aufgezeigten Perspektiven und möglichen Hilfestellungen. (…)

          Der wissenschaftlich fundierte Ansatz von Tabea Freitag zum Thema Internetpornografie überzeugt auf sachlicher ebenso wie auf methodischer, pädagogischer und entwicklungspsychologischer Ebene. (…) Diesen wissenschaftlichen Ansatz und Anspruch infrage zu stellen, ist aus unserer Sicht schlichtweg unseriös. Deshalb fordern wir, die Fördermittel für „return“ beizubehalten und auf keinen Fall zu streichen. (…)

          Ellen Albrecht
          Rektorin der Grundschule an der Feldbuschwende Hannover

          wir möchten Ihnen mitteilen, wie sehr wir die Arbeit Ihrer Fachstelle für Medienerziehung zu schätzen wissen. Nach Ihrer letzten Veranstaltung an unserer Schule ga es durchweg positive Rückmeldungen, sowohl von unseren Lehrkräften, als auch von der Elternschaft. Für uns als Schule ist vor allem Ihre Unterstützung bei der Präventionserziehung wichtig, denn den Eltern soll auf dem Elternabend bewusst gemacht werden, dass sie die Mediennutzung ihrer Kinder bewusst begleiten und den zeitlichen Rahmen begrenzen. Wir bemühen uns darum, dass sich die Suchtstrukturen eines zu großen Medienkonsums nicht bereits in jungen Jahren einschleifen. Dies ist ein Thema, das uns Pädagogen jeden Montag im Morgenkreis begegnet. Von daher liegt es uns am Herzen, dass Ihre Arbeit fortgeführt wird und wir mit der Elternschaft eines jeden ersten Jahrgangs dieses Thema kommunizieren können.

           

          aes_logo

          Friederike Otte
          Didaktische Leiterin an der Albert-Einstein-Schule, KGS Laatzen

          Der Umgang mit digitalen Medien und dem Internet gehört zur Lebenswelt unserer Schülerinnen und Schüler – auch in der Schule. Neben den vielen Vorzügen, welche die digitalisierte Welt mit sich bringt, gibt es bekanntermaßen auch viele Risiken, auf die wir als Schule angemessen reagieren müssen. Die Anzahl der Straftaten, die im Internet verübt werden, steigt unter Jugendlichen stetig an. Leider nehmen auch die Fälle von Cybermobbing in den Peer-Gruppen noch immer zu. Diesen Tatsachen wollen wir als Schule mit Projekten zum „kompetenten Umgang mit Medien“ entgegentreten und setzen dies mit unserem Schulprogramm um.

          Seit fast 10 Jahren unterstützt uns die Fachstelle „RETURN“ bei diesen Vorhaben. Im Rahmen unseres Präventionskonzeptes im Bereich „Medienkompetenz-Computersucht und Internetpornografie-jugendgefährdende Inhalte“ sowie in dem Projekt „Beratungsrundlauf“ erreicht sie mit ihrem Angebot pro Jahr an insgesamt 7 Tagen bis zu 350 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7,8 und 9. Dabei zeigen die regelmäßigen, positiven Rückmeldungen, dass sich die Fachkräfte „sehr nah“ an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientieren und häufig auch nach Veranstaltungen angefragt werden. Sehr wichtig ist auch das Angebot von Elternabenden und der akuten Beratung im Krisenfall, die wir bei Bedarf in Anspruch nehmen können.

          Die Mitarbeit von „RETURN“ ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung unseres Präventionskonzeptes. Wir sind auf „Expertenhilfe“ angewiesen und hoffen, auch zukünftig mit der Fachstelle erfolgreich zusammenzuarbeiten.

          Hans KochLogo-IGS-List
          Schulsozialarbeiter an der IGS List

          Seit einigen Jahren besteht unsererseits eine Kooperation mit der Fachstelle „return“ insbesondere im Bereich von Präventionsprojekten für Schüler/-innen aller Jahrgänge und bei der Mitwirkung auf Elterninformationsveranstaltungen. In diesem Zusammenhang können wir auf ausgesprochen positive Erfahrungen zurück blicken.
          Darüber hinaus verweisen wir im Kontext der Einzelfallberatung bei entsprechender Problematik die Hilfesuchenden grundsätzlich auch auf „return“ als eine Möglichkeit der weiterführenden Fachberatung.

          Es ist für uns daher schwer nachvollziehbar, dass eine so stark frequentierte Einrichtung, die nachgewiesener Maßen eine sehr kompetente Beratung-Präventions-u.Fortbildungsarbeit leistet, von finanzieller Förderung ausgeschlossen wird. Zumal andererseits die sogenannte Mediensucht insbesondere unter Kinder und Jugendlichen zunehmend im Fokus der Öffentlichkeit gelangt – immer auch mit dem Hinweis auf negative Folgen. Insofern erscheint es uns fragwürdig, dass allem Anschein nach unterschiedliche Beratungsstellen in der Stadt gegeneinander ausgespielt werden. Mit der Sichtweise aus unserer täglichen Erziehungspraxis müsste stattdessen der Aufbau und die langfristige Sicherstellung eines vielfältigen, funktionierenden und kooperierenden Beratungsnetzwerkes im Vordergrund stehen.

          Hon. Prof. Dr. Christoph Möller,bult-logo
          Chefarzt, Arzt für Kinder- und Jugendpsychatrie und -psychotherapie
          Dr. med. Frank Fischer
          Oberarzt, Arzt für Kinder- und Jugendpsychatrie und -psychotherapie,
          Kinder- und Jugendkrankenhaus auf der Bult, Hannover:

          Die Fachstelle return mit ihrem Angebot für Internet- und computersüchtige Jugendliche und junge Erwachsene ist ein wichtiger Bestandteil des Beratungsangebotes der Stadt Hannover und der Region. (…) Es besteht eine seit Jahren etablierte gute Zusammenarbeit zwischen der Therapiestation Teen Spirit Island am Kinder- und Jugendkrankenhaus auf der Bult in Hannover und der Fachstelle return, die wir auch gerne in Zukunft fortführen würden.

           

          Dipl. Soz.-Päd. Andreas Witte-Graffunder
          System. Familienberatung u.Therapie, Elternbegleiter Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“ Hannover

          mit Bedauern und Bestürzung nehme ich Ihre Nachricht wahr. Für mich sind solche Streichungen von Mitteln ein Sparen am falschen Ende. Die Verantwortlichen bitt ich ihre Entscheidung ernsthaft zu überdenken, da zukünftig zunehmend Kinder, Jgdl. und junge Menschen oder auch Erwachsene von Mediensucht und ähnlichen Phänomenen betroffen sein werden, und es zwingend notwendig ist, dem präventiv mit den entsprechenden Beratungsstellen und Institutionen flächendeckend entgegenzuwirken. Mit solchen Streichungen vernachlässigen wir indirekt gesellschaftlich und partiell unsere Kinder und Jgdl. Im öffentlichen Interesse und im Interesse unserer Kinder und jungen Familien hoffe ich, dass es hier zu einer Überprüfung und Neu-Entscheidung bezüglich der Fördermittel für Return kommt.

           

          Gruppe von Angehörigen pornografieabhängiger Menschen
          Andrea geb. Semmelbauer

          Wir, eine angeleitete Selbsthilfegruppe von angehörigen Ehefrauen/Partnerinnen von Männern mit einer Internet-Sexsucht, sind auf die Arbeit und Begleitung von return – Fachstelle Mediensucht angewiesen. Es existiert keine vergleichbare Beratungsstelle für diese Form von Mediensucht. (…) Wir haben alle lange gesucht, bis wir eine Einrichtung gefunden haben, die sich mit unserem Problem beschäftigt und kompetente Mitarbeiter und Fachkräfte hat, die uns begleiten und beraten. Sollte es zu einer Einstellung der Arbeit bei return kommen, haben wir niemanden mehr, an den wir uns wenden können. (…)

          Therapiegruppe der pornografieabhängigen Männer

          Hiermit melden wir uns als Suchtgruppe zu Wort und möchten Ihrer Entscheidung zur Einstellung der Förderung der Beratungsstelle „return“ auf schärfste widersprechen. 

          Gerade zu dieser Zeit steigt die Zahl der Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Konsum und der ausgewogenen Dosierung des Konsums von Medien haben gewaltig an.  Es ist verständlich, dass die Stadt Gelder sparen muss.  Allerdings ist eine Sparpolitik die hilfsbedürftige Menschen alleine läßt und Beratungseinrichtungen wie „return“ finanziell austrocknet unserer Meinung nicht der richtige Weg.   Die finanziellen Mittel, die in Beratungs- und Suchthilfeeinrichtungen ausgegeben werden, sind viemehr konstruktive und produktive Beiträge für die Zukunft der Menschen die hier betroffen sind.

          Da die geplante Sparpolitik uns direkt betrifft, möchten wir mit diesem Schreiben unseren Protest anmelden und gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass die return-Mediensuchtberatung eine großartige Arbeit leistet und unserer Meinung auch eine unverzichtbare Funktion in der Gesellschaft hat.

          Die Teilnehmer der Gruppe für Comuputerspieler

          Bei der Selbsthilfegruppe findet man immer ein offenes Ohr wenn man vor Problemen im Leben steht. Egal ob sich diese auf Medien oder andere Dinge beziehen. Durch den Austausch von Erfahrungen kann man sein Verhalten bezüglich Medien noch einmal hinterfragen/reflektieren. Zusätzlich werden durch gemeinsame Aktionen neue Freundschaften geschlossen. Diese Erfahrungen sind für Betroffene in diesem Bereich sehr wichtig und würden durch fehlende Förderungen wegfallen. Wir finden dass diese Arbeit weitergehen sollte.

          Ergänzung durch einen anderen Teilnehmer

          „Aus meiner Sicht ist diese Art der offenen Gesprächsgruppe für Mediensucht bundesweit äußerst selten. Die Einzigartigkeit dieser Einrichtung macht es notwendig, dass sie erhalten bleibt.“

          Teilnehmer der Gruppe und Klient

          Das Angebot der „return – Fachstelle Mediensucht“ ist umfangreich und auf die Belange der Betroffenen zugeschnitten. Die Mitarbeiter sind sowohl kompetent, als auch zuvorkommend. Sie haben stets ein offenes Ohr und unterstützen in schweren Lebenssituationen – handle es sich um den exzessiven Medienkonsum oder andere, teilweise sehr persönliche Belange. Die therapeutischen Einzelgespräche sind essentiell zum Verstehen und Lösen der Problematik (dies bezieht sich nicht nur auf die Hilfebedürftigen selbst, sondern auch auf Angehörige). Die wöchentliche Selbsthilfegruppe ist der perfekte Ort, um mit Gleichgesinnten Erfahrungen über seine Probleme auszutauschen, (neue) Kontakte zu knüpfen, wichtiges Feedback zu erhalten und unter Anleitung der Therapeuten, Ursachenforschung und Problembehandlung zu betreiben. Darüber hinaus engagiert sich die Fachstelle um Gruppenaktivitäten, welche eine notwendige Alternative zum pathologischen PC-Gebrauch sind und den Abhängigen neue Perspektiven zur Suchtbekämpfung eröffnen. Sollte die Förderung wegfallen, wird das einschneidende Folgen für die Angebote haben, was wiederum den Süchtigen das kleine bisschen Halt, den sie sich mit ihrer Anbindung zu return aufgebaut haben, unter den Füßen wegziehen wird. In einer Welt, die zunehmend durch Medien beherrscht wird, kommt es zu einer stets wachsenden Anzahl an Leuten, welche unter dieser Problematik leiden. Umso wichtiger ist es, die Arbeit der Fachstelle weiterhin zu unterstützen. Bitte überdenken Sie noch einmal Ihre Entscheidung.

          Die Eltern der Eltern-Selbsthilfegruppe Mediensucht Hannover

          Die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch die Sogwirkung allgegenwärtiger Medienangebote ist ein inzwischen allgemein bekanntes gesellschaftliches Problem.  Viele Jugendliche, vor allem Jungen, werden computerspiel- oder medienabhängig.  Sie gefährden ihre schulische Laufbahn, ihre Berufsausbildung oder ihr Studium.

          Seit 7 Jahren treffen sich deshalb betroffene Eltern/Mütter regelmäßig ein Mal im Monat in der Angehörigen-Selbsthilfegruppe Mediensucht im Lister Turm. Von Anfang an wurde diese Gruppe von der Fachstelle Mediensucht „return“ (Diakonie Kirchröder Turm) unterstützt. (…) Die Angehörigen-Selbsthilfegruppe Mediensucht ist überzeugt,  dass Internetabhängigkeit nicht nur für die unmittelbar betroffenen Familien ein Problem ist, sondern es gilt auch, die gesamtgesellschaftlichen Folgen im Blick zu behalten. Sie sind weder menschlich noch finanziell vertretbar.

          Wegen ihrer Fachkompetenz, ihrer langjährigen Praxiserfahrung, dem breiten Angebot  und der guten Vernetzung weit über Hannover hinaus halten wir „return“  für unverzichtbar für uns und unsere Stadt.Deshalb bitten wir Sie, die politisch Verantwortlichen, um die weitere finanzielle Unterstützung von „return“.

           

          Ein Paar aus der Beratung

          Wir sind ein Ehepaar in den besten Jahren und haben die Auswirkungen von Pornokonsum auf die Verschlechterung der Beziehungsfähigkeit persönlich erlebt. Abhängigkeiten in diesem Bereich sind nicht harmlos, sondern belasten Ehebeziehungen und Familien!

          Wir haben durch return große Unterstützung erfahren, die für die Stabilität der Beziehung wichtig sind und sind deshalb davon überzeugt, dass die Arbeit von return auch vielen Einzelpersonen helfen wird, nicht in Phantasiewelten abzudriften und Beziehungsfähig zu werden.

          Deshalb ist diese Arbeit sehr wichtig! Wir finden es gibt viel zu wenig von diesen Angeboten.
          Susanne und Martin

           

          Judith Solymosi
          Psychologin in einer Rehabilitationseinrichtung für Suchtkranke

          Obwohl das sich ausbreitende Problem exzessiven Medienkonsums von Jugendlichen immer wieder ausreichend Raum im öffentlichen Diskurs findet, lassen präventive und kurative Interventionen meist vergeblich auf sich warten. Betroffene, Eltern und Pädagogen sehen sich Computerspiel-, Chat- und Pornosucht häufig mittel- und ratlos gegenüber. Hannover zeigt an dieser Stelle Fortschrittlichkeit und Verantwortungsbewusstsein seinen Bürgern gegenüber, indem es die Fachstelle Mediensucht Return fördert.

          Als Psychologin in einer Rehabilitationseinrichtung für Suchtkranke begegne ich täglich den Spätfolgen schwacher Aufklärungs- und Beratungsstrukturen im Jugendalter und weiß daher den großen Wert frühzeitiger Hilfe zu schätzen, wie Return sie leistet. Ehrenamtlich engagiere ich mich in einer Aufklärungsinitiative über das Suchtpotential von Pornographie (Porno Aufklärungsinitiative Deutschland e.V.), wofür wir Material verwenden, das durch Return entwickelt, eingesetzt und herausgegeben wurde. Das Material wird von Schülern sowie Lehrern mit Begeisterung aufgenommen: es ist altersgerecht, unterhaltsam, wissenschaftlich fundiert, einfühlsam und überzeugend.

          In der Fachstelle Return hat Hannover eine angemessene Antwort auf eine bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung gefunden. Es würde die heranwachsende Generation im Stich lassen, sollte dieser Arbeit die Förderung entzogen werden.

           

          Vater aus Hannover

          Sehr geehrter Herr Schostock,

          Bitte setzen Sie sich für die weitere Förderung der Fachstelle “ Return “ mit städtischen Mitteln ein.
          Die Fachstelle bietet nach meiner Erfahrung eine unentbehrliche Hilfe an. Wer einmal im Familienleben mit zerstörerischen Folgen von Pc Spielen wie „World of warcraft“ konfrontiert wurde , weiß, dass die alternativ zu *return* geplanten nachbarschaftlichen Hilfen nicht ausreichen. Wenn man die von der PC Industrie ( z.B. „blizzard“ Konzern) analysiert, dann stellt man fest, dass dort hochkarätige topverdienende Experten verführerische virtuelle Welten schaffen und Programme ausarbeiten, die ein hohes Suchtpotential bereit halten, denen nicht nur Jugendliche zum Opfer fallen.

          Wir als Eltern (ich habe zwei 16jährige Kinder und weiß wovon ich rede) können in Form von Nachbarschaft oder Selbsthilfe dagegen nicht ohne eine Fachstelle wie return, die kostenlos, schnell und kompetent hilft, ankommen!

          Ich kann mich an Ihr kompetentes Auftreten im Juni 2013 erinnern, als Sie ebenso wie Herr Waldraf eine Laudatio auf 5 Jahre „return“ hielten.
          Mein Anliegen ist, Sie darin zu unterstützen, dass ihre damaligen Worte heute zur Sicherung des Bestands von „return“ tatkräftig umgesetzt werden.

          Mutter zweier Kinder und Suchtberaterin

          Sehr geehrte Damen und Herren,

          nachdem ich diese Nachricht bekommen habe, wurde mir ganz flau in der Magengegend.
          Warum soll gerade so einer Einrichtung die Förderung entzogen werden? Hier wird mal wieder am falschen Ende gespart.
          Im Hinblick auf den immer weiter steigenden Medienkosum in unsere Gesellschaft, sollte gerade eine Einrichtung wie return weiterhin Förderung bekommen, um die bereits hervorragende Arbeit weiterzuführen und weiterhin helfen und unterstützen zu können.

          Es geht hier nicht einfach nur um eine „einfache“ Beratung, sondern auch um auf eine solche Sucht hinzuweisen, da viele gar nichts davon wissen.
          Wir soll man eine Sucht stoppen, wenn man sie gar nicht kennt.
          Hier hilft return weiter.
          Wäre sehr schade, wenn die Einrichtung deshalb aufgegeben werden müsste.

          fesh logo
          Martin Köther (Vorstand), Siegmund Elm (Schulleiter)
          Freie Evangelische Schule Hannover (FESH)


          Die Freie Evangelische Schule Hannover (FESH) begleitet ihre Schülerinnen und Schüler auf dem Weg in die Zukunft, vermittelt dabei Werte und fördert die Kompetenzen. Das gilt auch für den Umgang mit den heute genutzten Medien.
          Wir stellen fest, dass immer wieder junge Menschen in der Gefaht stehen, abhängig vom Internet zu werden und ihr Leben davon geprägt wird. Nicht nur schulische Leistungen leiden darunter.

          Daher haben wir in unserem schulischen Präventionsplan für die Klasse 7 Elternabende und Veranstaltungen für die Schüler und Schülerinnen vorgesehen, die sich mit solchen Gefahren, auch z.B. der der Kaufsucht über das Internet, beschäftigen. Als sehr guter Partner hat sich dabei für uns die return Fachstelle Mediensucht erwiesen. Sie hat eine hohe Kompetenz auf diesem Gebiet und verfügt über eine gute Methodik, Schülerinnen und Schülern und deren Eltern das Thema auf angemessene und interessante Weise nahe zu bringen.

          Gerne werden wir weiter über unsere eigenen Möglichkeiten im Kollegium hinaus die Partnerschaft mit return nutzen, um bei möglichst vielen jungen Menschen die Kompetenz des sinnvollen und nutzbringenden Umgangs mit den neuen Medien zu fördern. Wir begrüßen daher auch jede Unterstützung, die return erhalten kann.

          05/2012 »Hochkonsum von Pornografie: Kein Phänomen sozial benachteiligter Gruppen«

          Interview mit Annegret Czernotta in: neurologie-und-psychiatrie logo
          Psychiatrie & Neurologie 05/2012

          Konsumieren Mädchen und Jungen pornografische Inhalte über das Internet im gleichen Masse? Oder konsumieren primär sozial benachteiligte Gruppen? Ein Interview mit der Diplompsychologin Tabea Freitag.

          Psychiatrie & Neurologie: Welche Auswirkungen hat der häufige Konsum von Pornografie auf Jugendliche?
          Tabea Freitag: Ein häufiger Konsum geht mit grösserer Toleranz gegenüber sexueller Gewalt und Neigung zu sexueller Devianz einher. Männliche Jugendliche mit täglichem Pornografiekonsum, in Schweden sind das immerhin 10,5 Prozent der Jugendlichen, konsumieren fast sechsmal so häufig auch Kinderpornografie, haben ein deutlich höheres Bedürfnis, das Gesehene auch real auszuprobieren, und sind dreimal so häufig Täter von sexuellem Missbrauch wie seltenere Konsumenten (Svedin et al. 2011; Priebe et al. 2007; n = 4026). Wenn man sich dann vor Augen hält, dass der Anteil täglicher Konsumenten durch den immer früheren Zugang zum Internet ständig steigt, bereits 2008 waren es in Deutschland 20,6 Prozent der 16- bis 19-jährigen Jungen (Pastötter, Pryce und Drey, 2008), müsste das alarmieren. Dabei ist ein häufiger Konsum kein Phänomen sozial benachteiligter Gruppen, sondern ein gesamtgesellschaftlicher Normalisierungsprozess.

          Konsumieren auch Mädchen pornografische Inhalte?
          Tabea Freitag: Mädchen konsumieren deutlich seltener Pornografie, nur 1,4 Prozent tun das täglich, aber immerhin 10 Prozent wöchentlich mit steigender Tendenz. Die meisten empfinden zunächst Ekel und Abwehr, manche gleichzeitig Erregung, was ein Gefühl von Verwirrung und Verunsicherung hinterlässt. Viele sehen pornografische Filme, um sich über Praktiken und Normen zu informieren und mithalten zu können. Wir erleben in Präventionsveranstaltungen, unter welchem enormem Schönheits- und Leistungsdruck Mädchen stehen, um den pornonormierten Erwartungenzu entsprechen. Die drastische Zunahme der Nachfrage nach Schönheitsoperationen der Genitalien, der Intimchirurgie, seit der durch pornografische Vorbilder eingeführten Intimrasur, spricht eine deutliche Sprache. Nach der Onlinebefragung von Pastötter, Pryce und Drey (2008) glaubt ein erschreckend hoher Anteil von Frauen, ihr Partner erwarte, dass ihre Vagina aussehen sollte wie bei einer Portodarstellerin.

          Hat der Konsum Einfluss auf die Einstellung bezüglich Frauenbilder?
          Tabea Freitag: Betroffene berichten immer wieder, dass sich durch den häufigen Konsum ihre Gefühls- und Gedankenwelt sexualisiert hat und sich ihre Wahrnehmung von Mädchen und Frauen verändert. Sowohl experimentelle Studien als auch Längsschnittstudien zeigen, dass Pornografiekonsum die Wahrnehmung von Frauen als Sexobjekte fördert und zudem eine zunehmende Akzeptanz des Vergewaltigungsmythos zur Folge hat, das heisst die Vorstellung, Frauen wollten letztlich zum Sex gezwungen werden. Bezogen auf die eigene Partnerschaft, führt Pornografiekonsum zu einer Abwertung der Attraktivität der Partnerin.

          Welche Auswirkungen hat der Konsum auf die eigene Sexualität, und gibt es altersabhängige Entwicklungen?
          Tabea Freitag:
          Je früher Kinder und Jugendliche in ihrer Fantasie durch pornografische Vorbilder geprägt werden, desto stärker ist der anzunehmende Einfluss, denn sie können die intensiven, einprägsamen Bilder nicht durch eigene Erfahrungen relativieren. Wenn Jugendliche Sexualität als eindimensionale Erregungssuche und jederzeit verfügbare Instantbefriedigung kennenlernen, bevor sie die vielschichtigen Facetten von Liebe und Sexualität selbst entdeckt und erlebt haben, wird ihnen diese eigene Entdeckungsreise gestohlen. Die vorgefertigten Schablonen schieben sich zwischen die Partner und vor die eigenen Erfahrungen, was eine ganz individuelle, kreative und intime, für beide erfüllende Sexualität erschwert. Die Gewöhnung an Sexualität als einseitige narzisstische Bedürfnisbefriedigung, die jederzeit sofort verfügbar ist und maximale Kontrolle ermöglicht, indem per Mausklick über Alter, Ethnie, Körpermasse und Praktiken verfügt wird, fördert natürlich nicht die Fähigkeit, auf die Gefühle und Bedürfnisse eines anderen einzugehen und Spannung auszuhalten.
          Eine vielfach nachgewiesene geringere sexuelle Zufriedenheit bei Pornokonsumenten wird sowohl auf den Vergleich mit pornografischen Idealen als auch auf die beeinträchtigte Fähigkeit zur Intimität zurückgeführt.

          Wann nehmen die Betroffenen Hilfe in Anspruch?
          Tabea Freitag:
          Betroffene nehmen aufgrund der hohen Schamschwelle häufig erst dann Hilfe in Anspruch, wenn ihre Partnerschaft an der Onlinesexsucht zu zerbrechen droht oder wenn sie selbst oder andere merken, dass sich die Inhalte in ihrer Härte, Gewalt oder Devianz derart gesteigert haben, dass sie sich vor sich selber ekeln oder sich strafbar machen. Darum ist es zunächst wichtig, dass ein öffentliches Bewusstsein für das Abhängigkeitspotenzial entsteht, Ärzte und Therapeuten für das Thema sensibilisiert sind und Hilfsangebote geschaffen werden. Genauso wichtig ist es, dass wir Betroffenen Brücken bauen, damit sie den ersten Schritt wagen und um Unterstützung ersuchen. Auch sollte die sexualbezogene Internetnutzung im Hinblick auf eine mögliche Abhängigkeitsentwicklung wie auch der Auswirkungen auf Persönlichkeitsentwicklung und Beziehungsfähigkeit anamnestisch in der Beratung und Therapie Jugendlicher und Erwachsener ebenso selbstverständlich erhoben werden wie exzessives PC-Spiel und Alkohol- oder Drogenkonsum.

          Kann man den Konsum von Pornografie bei Jugendlichen und Kindern überhaupt verhindern?
          Tabea Freitag:
          Die Prävention fängt mit der Frage nach der freien Zugänglichkeit jugendgefährdender Inhalte an. Je früher Kinder freien Zugang zum Internet haben, zum Beispiel durch internetfähige Handys, desto früher geraten sie an pornografische Inhalte – meist ohne Wissen der Eltern. Die Links erhalten sie häufig von Mitschülern. Es reicht auch nicht aus, ihnen zu sagen, das sei alles nicht realistisch, denn die stark erregenden Bilder «brennen» sich durch den starken Dopamin- und Opiatkick dennoch ins Gedächtnis ein. Wo wir Pornografie im Rahmen von Präventionsveranstaltungen thematisieren, zeigt sich, dass Jugendliche eine grosse Offenheit bis hin zu Erleichterung zeigen, wenn sie über den Einfluss von Pornografie auf ihr Frauen- und Männerbild, ihre Vorstellungen von Sexualität, die oft widersprüchlichen Gefühle und ihre mit ihrem Konsum divergierenden Sehnsüchte nach Liebe und Partnerschaft reden können.

          Was können Eltern tun, wenn ihr Kind Pornos konsumiert?
          Tabea Freitag:
          Es ist entscheidend, ihnen nicht moralisierend, sondern mit einem Verständnis für die Macht und Faszination der Bilder zu begegnen. Gleichzeitig ist es wichtig, sie darin zu bestärken, ihre gesunde Intuition – das ist etwas Intimes, darum löst es anfangs Scham und das Gefühl, etwas Voyeuristisches zu tun, aus – wahr- und ernst zu nehmen und ihnen zu verdeutlichen, dass Pornografie sie ihrer eigenen, ganz individuellen Entdeckungsreise von Liebe und Sexualität in einer späteren Partnerschaft beraubt. Gegenüber dem pornografischen Skript, das Sexualität auf eindimensionale Triebbefriedigung reduziert – Sex als Sport, als Trieb, als rein körperlicher Akt, als Konsum –, können Jugendliche für die auch emotionale und Beziehungsdimension der Sexualität sensibilisiert werden, indem man über ihre langfristigen Beziehungsziele und wünsche ins Gespräch kommt und diese mit den Botschaften der Pornografie in Beziehung setzt. Wir erstellen derzeit Präventionsmaterial für Multiplikatoren wie Lehrer oder Jugendmitarbeiter, in denen bewährte Tools beschrieben und mit Powerpoints und Filmclips visualisiert werden, um Jugendliche gegenüber den Auswirkungen von Pornografie zu sensibilisieren und ihnen ein positives und ganzheitliches Verständnis von Sexualität in ihrer körperlichen, emotionalen und Beziehungsdimension zu vermitteln.

          https://www.rosenfluh.ch/psychiatrie-neurologie-2012-05

          05/2012 »Internet- und Computer-Sex-Sucht«

          Tabea Freitag in: Psychiatrie & Neurologie 05/2012neurologie-und-psychiatrie logo

          Das Internet ist eine grossartige Erfindung. Allerdings birgt es einige Risiken und Gefahren. Neben der Suchtgefahr werden Kinder und Jugendliche mit Inhalten im Internet konfrontiert, die ausserhalb ihres Beurteilungsvermögens liegen. Problematisch ist insbesondere das medial vermittelte Bild von Sexualität, das in der Regel losgelöst ist von Beziehung und Verantwortung.
          Der Einfluss von Internetpornografie betrifft im Wesentlichen drei Wirkungsbereiche:
          ● eine potenzielle Abhängigkeitsentwicklung
          ● die Toleranz gegenüber sexueller Gewalt
          ● eine beeinträchtigte partnerschaftliche Intimität, das heisst einen negativen Einfluss auf die Empathie- und Bindungsfähigkeit.
          Längsschnittstudien zeigen, dass Jugendliche pornografische Inhalte für umso realistischer halten, je öfter sie Pornografie im Internet sehen. Sie trennen Sexualität zunehmend von ihrer emotionalen und Beziehungsdimension und halten Promiskuität für normal. Ein häufiger Konsum führt zu einer drastischen Werteverschiebung hinsichtlich Sexualität und Frauenbild. Frauen werden in der Folge zunehmend als Sexobjekt wahrgenommen.
          Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass das Abhängigkeitspotenzial von Onlinesexangeboten als besonders hoch einzuschätzen ist (u.a. Längsschnittstu- die von Meerkerk et al. 2006). Dabei scheint sowohl die unmittelbare neurobiologische Belohnungswirkung als auch die Breite und Vielfältigkeit der gefühlsregulierenden Wirkung eine wichtige Rolle zu spielen.
          Wir erleben in Beratung und Therapie bei nicht wenigen Klienten das klassische Vollbild einer Suchterkrankung mit Entzugssymptomatik, Kontrollverlust, Toleranzentwicklung und massiven negativen Konsequenzen, wie zum Beispiel Zerbrechen der Partnerschaft infolge der Sucht.
          Nach Kimberley Young, einer international anerkannten Pionierin auf dem Gebiet der Internetsucht, ist Internet- sexsucht die häufigste Form einer problematischen Internetnutzung. In Deutschland gibt es bis heute keine Studie zur Prävalenz der Internetsexsucht. Laut einer schwedischen Studie wiesen 6 Prozent aller Internetnutzerinnen und -nutzer einen süchtigen Konsum von Sexangeboten auf (Daneback, Ross und Mansson, 2006, n = 1835).

          Besonderheiten in der Therapie
          In der Behandlung von Menschen mit exzessivem oder süchtigem Konsum von Internetpornografie bestehen im Vergleich zu anderen Süchten einige Besonderheiten, die für die Therapie wesentlich sind. Dazu gehören:
          ● die Entfremdung und der Intimitätsverlust in der Partnerschaft
          ● die Gewöhnung an eine einseitige narzisstische Bedürfnisbefriedigung
          ● die kognitiv-emotionale Verwirrung durch die Illusionen und widersprüchlichen Botschaften der pornografischen Versprechungen
          ● die Macht der inneren («eingebrannten») Bilder, die häufig Rückfälle auslösen.
          Die Therapie muss neben allgemeinen suchttherapeutischen Massnahmen vor allem auch bei diesen besonderen Charakteristika ansetzen. So werden Rückfälle auf der Gedankenebene primär über das auch nach der Abstinenz vom Pornokonsum noch lange fortbestehende Kopfkino ausgelöst. Denn Fantasien, geprägt von «eingebrannten» Bildern, sind fester Bestandteil des Suchtrituals. In der Therapie arbeiten wir unter anderem an der Veränderung und Bewältigung dieser inneren Bilder. Statt des passiven Sich-überwältigen-Lassens von extrem intensiven Bilderfolgen ohne Bezug zu eigenen sinnhaften Erfahrungen ist es wichtig, aktiv die ganz eigenen Lebensziele, Sehnsüchte und Prioritäten zu entdecken und zu visualisieren. Das ist ein spannender Prozess, wenn die oft jahrelang verschütteten eigentlichen Wünsche, Begabungen und leidenschaftliche Ziele wieder lebendig werden.
          Durch die häufig in früher Pubertät durch Pornografie begonnene Sexualisierung der Gefühls-, Gedanken- und Fantasiewelt haben sich viele Betroffene von sich selbst wie auch von anderen entfremdet. Manche müssen die Fähigkeit zur Empathie und zu echter Intimität neu lernen. Wir haben unser integratives Behandlungskonzept der Onlinesexsucht daher folgendermassen genannt: «Von der Entfremdung zur Entdeckung der Wirklichkeit». Denn darum geht es im Therapieprozess ganz wesentlich: die Wirklichkeit der eigenen Identität, authentischer Beziehungen und echter Intimität zu finden und die ganz eigene Leidenschaft im Leben zu entdecken. Während kurzfristig Strategien wie bei- spielsweise Suchtinventar, Kosten-Nutzen-Analyse und Veränderung der PC-Nutzungsgewohnheiten, inklusive Einbau von Filtersoftware (Stimuluskontrolle), hilfreich sind, spielt längerfristig die Veränderung von Selbsttäuschungen eine entscheidende Rolle. Dafür ist ein grundlegendes Verständnis der durch langfristigen Pornografiekonsum verinnerlichten Botschaften beziehungsweise Illusionen und von deren Wirkungen unerlässlich.

          https://www.rosenfluh.ch/psychiatrie-neurologie-2012-05

          01/2013 »Experte: Internetsucht nimmt zu«

          dpa in: Hannoversche Allgemeine (HAZ) 04.01.2013 HAZ Logo

          Online-Spiele, soziale Netzwerke, Pornografie – immer häufiger verlieren sich Menschen im Internet. Die Fachstelle für Mediensucht in Hannover hilft mit Gesprächen und Therapien. Das Internet verteufeln die Macher trotzdem nicht.

          HANNOVER. Die Zahl der Internetsüchtigen in Deutschland nimmt zu. Das sagte Eberhard Freitag, Leiter von „return“, der Fachstelle für Mediensucht des Diakonischen Werks in Hannover im dpa-Gespräch. „Onlineaktivitäten wie Spielen, Kommunizieren und Pornografiekonsum ermöglichen es, notwendigen Reifeprozessen und den Umgang mit eigenen Gefühlen auszuweichen“, so Freitag. Allein in Hannover würden mehrere tausend Menschen unter der Sucht leiden, besonders Jugendliche. Trotzdem hält Freitag nichts von einem generellen Internet-Verbot. Vielmehr gehe es darum, einen gesunden Umgang mit dem Medium zu lernen. „Wir sind nicht gegen Onlinespiele an sich oder das Internet.“

          Freitag beschäftigt sich mit Menschen, die jeden Tag stundenlang in Online- Welten oder bei Facebook verbringen. Junge Männer, die so viele Porno- Filmchen im Netz geschaut haben, dass sie kein normales Verhältnis zu Frauen mehr eingehen können. Oder aber deren Angehörigen, die mitbekommen, wie ein Mensch durch das Internet kaputt geht.

          Freitag leitet seit 2008 „return“, die Fachstelle für Mediensucht in Hannover. Finanziert vom Diakoniewerk und über Spenden kümmert er sich seitdem um Hunderte Mediensüchtige. Tendenz steigend. „Die Internetsucht nimmt zu“, sagte Freitag. Das Bundesgesundheitsministerium schätzt die Zahl der Süchtigen in Deutschland auf mehr als 500.000. Allein in Hannover vermutet Freitag, dass mehrere tausend süchtig sind. „Meist kommen die Eltern von betroffenen Jugendlichen auf uns zu, wenn sie spüren, dass da etwas schief läuft“, sagte Freitag.

          Besonders Jugendliche versucht die Fachstelle aus ihrer Sucht zu befreien. Der Einfluss sozialer Medien auf das Verhalten von jungen Menschen sollte nicht unterschätzt werden: Eigenständigkeit, kritisches, unabhängiges Denken und bewertungsfreie Beziehungen seien dadurch immer weniger möglich. Menschen würden nur noch gefallen wollen.

          Auch der übermäßige Konsum von Internet-Pornografie könnte zu einer Verzerrung führen. „Studien dazu dokumentieren eindrucksvoll, dass Jugendliche, je häufiger sie Internetpornos konsumieren, das Gezeigte für realistisch halten“, sagte Freitag. „Der regelmäßige Konsum befördert ein negatives Frauenbild und reduziert Frauen auf ein Objekt sexueller Begierde.“ Die Hemmschwelle, selbst zum Täter sexueller Gewalt zu werden, sinke, sagte Freitag.

          Trotz allem sieht Freitag das Internet selbst nicht als Problem und würde Jugendlichen keinesfalls verbieten, online zu gehen. Es sei vielmehr eine Herausforderung, die immer stärkere Vermischung zwischen Online und Offline vernünftig zu nutzen und einen gesunden Umgang zu lernen. „Auch die virtuelle Realität ist eine Wirklichkeit, die wirkt.“

          http://www.haz.de/Nachrichten/Medien/Netzwelt/Experte-Internetsucht-nimmt-zu

          04/2015 »Interview Pornografie und Sucht«

          Ausschnitt aus dem Interview mit club700club700

           

          ganzes Video auf:
          http://www.club700.tv/pornografie-jugendliche/

          05/2015: »Wenn das Handy zur Sucht wird«

          Heidi Rabenhorst in: Neue Presse 01.05.2015 neue-presse-logo

          Experte Eberhard Freitag klärt Eltern von Grundschülern über Risiken der modernen Medien auf und gibt Tipps für verantwortungsvolle Nutzung.

          RONNENBERG. Junge Menschen verbringen nach aktuellen Auswertungen eines Bonner Forscherteams im Schnitt rund drei Stunden am Tag am Smartphone. Der Umgang mit diesem Gerät undanderen elektronischen Medien kann zur Sucht werden. Es droht ein Kontroll- und Realitätsverlust und der Drang, immer online zu sein.

          Damit Eltern ihre Kinder vor möglichen Gefahren schützen können, hatte Schulsozialarbeiterin Katharina Jasiniecki zu medienpädagogischen Elternabenden in die Grundschulen Empelde und Ronnenberg eingeladen. „Wir wollen Eltern Verständnis fürWenn-das-Handy-zur-Sucht-wird Bild die neuen Medien vermitteln“, betont die Diplompädagogin.

          Kinder oder Jugendliche und ihr Smartphone – das scheint eine untrennbare Einheit zu sein. So dienen Handys nicht nur zum Telefonieren oder Nachrichten versenden, sondern ermöglichen das Musikhören, Fotografieren, Filmen, Navigieren und den mobilen Zugang zum Internet. Elektronische Medien seien erlaubt und sollten auch genutzt werden, jedoch dem Alter angemessen, sagt Eberhard Freitag von der return-Fachstelle Mediensucht. „Grundschulkinder sollten dabei von ihren Eltern begleitet werden.“

          Und das sei eine echte Herausforderung für die Erziehungsberechtigten.  Welche Eltern würden nicht die Auseinandersetzung um Medienzeiten, um erlaubte und unerlaubte Spiele, den drängenden Wunsch nach dem eigenen Handy beziehungsweise Smartphone und später dem eigenen Laptop im Kinderzimmer kennen?, fragte der Experte. „Wir haben als Eltern eine Verantwortung dafür, welche Bilder in die Herzen unserer Kinder gelangen. Das bedeutet, dass wir ihnen das Internet sehr bewusst gemäß ihrer Verantwortungsfähigkeit öffnen und alles dafür tun, sie vor Bildern der Würdelosigkeit, der Gewalt und einer beziehungslosen und egoistischen Sexualität zu schützen“, sagte Freitag. Eltern sollten sich deshalb stets die Frage stellen: „Was macht mein Kind da überhaupt?“.

          http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Region/Ronnenberg/Nachrichten/Wenn-das-Handy-zur-Sucht-wird-Praeventionskurse-in-Ronnenberg

          01/2016: »Krankhaftes Verlangen – Ein Pornosüchtiger klagt sein Leid«

          Holger Karkheck in: Bild am Sonntag 10. Januar 2016Bams Logo

          20 Prozent der Teenager schauen täglich Pornos. Einige werden süchtig. So wie Martin Kröger, der seit Jahren abhängig ist. Hier erzählt er, wie die Sexfilme fast sein Leben zerstörten. Die Droge von Martin Kröger hat wenig mit Stoff zu tun. Oder besser: Sie hat mit wenig Stoff zu tun. Martin Kröger ist pornosüchtig. Die Lust auf Lustfilme hätte fast das Leben des Endvierzigers zerstört.

          Experten schätzen, dass zwischen drei und acht Prozent der Bevölkerung davon betroffen sind. Pornosucht ist eine Mediensucht, so wie Leute auch nach Computerspielen süchDg sind. „Es hat nicht viel gefehlt und meine Ehe wäre den Bach runtergegangen“, sagt Kröger, der eigentlich anders heißt und irgendwo in Norddeutschland lebt.

          Immer wieder erwischt ihn seine Frau, wenn er sich im Internet tummelt und sich Pornos anschaut. Dann zwingt sie ihn, sich Hilfe zu holen. Seit eineinhalb Jahren ist Mar?n Kröger in Therapie bei der Mediensuchtberatungsstelle Return in Hannover. Dort sitzt der drah?ge, freundliche Mann an diesem Abend in Jeans und Turnschuhen und will erzählen. Wie alles begann, damals als Jugendlicher. Und wie er am Ende immer mehr Ero?kfilme schaut, weil es mit der Pornosucht ist wie mit allen Süchten: Man muss die Dosis steigern, bamssonst kommt der Kick nicht mehr.

          Auf Droge ist Kröger seit der Pubertät. „Es fing an mit Pornoheften.“ Aber die hätten sich alle seine Freunde angeguckt, und so habe er sich in den ersten Jahren keine Gedanken gemacht. Natürlich wird nicht jeder Jugendliche, der sich ein Pornoheft besorgt, gleich süchtig. Aber seit im Internet jederzeit und gratis Hardcore-Filme abrufbar sind, ist die Suchtgefahr groß.

          Zwei Drittel aller Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren gucken mindestens einmal in der Woche Pornofilme, schätzen Experten. Nach einer Studie tun das 20 Prozent täglich. Zu den meistgeklickten Seiten im Internet gehören die von YouPorn oder PornHub. Ein junger Deutscher hat die Plattformen 2006 gegründet. Werbespruch: „All you need is hand“. Alles, was du brauchst, ist eine Hand. Allein PornHub besuchen 60 Millionen Menschen. Pro Tag!

          Früher mussten Männer, die Sex vor der Kamera sehen wollten, in Videokabinen gehen. Vor sich Fernseher, neben sich Taschentücher. Heute setzen sie sich einfach vor den heimischen Rechner. Anwälte, Kaufleute, Ärzte, Handwerker. Alles gestandene Männer (Frauen sind von der Pornosucht nur selten betroffen). Auch Kröger führt nach außen ein konservatives Leben. Sex vor der Ehe kommt für ihn nicht infrage. Mit Anfang 20 heiratet er Sabine. Zunächst läuft es gut, die Krögers sind ein bodenständiges Paar. Martin betreibt einen erfolgreichen Handwerksbetrieb, seine Frau arbeitet im sozialen Bereich. Die beiden bekommen drei Kinder. Alles sieht nach heiler Welt aus. Von Martins Sucht ahnt zu diesem Zeitpunkt niemand etwas.

          Er geht in Videotheken, in die Abteilung hinterm Vorhang, wo der Zutritt erst ab 18 Jahren gestattet ist und die Blockbuster „Verdammt dicke Titten“ und „Geile Omas – sie sind alt und brauchen das Geld“ heißen. „Aber da hatte ich Angst, dass ich mal irgendwen treffe, den ich kenne“, sagt Kröger. Erst das Internet „öffnet die Türen“, wie er es ausdrückt. Kröger treibt sich auf allen möglichen Seiten herum. Pornovideos, Pornobilder. Auf dem Rechner zu Hause im Dachgeschoss, auf dem Smartphone unterwegs in der Mittagspause in seinem Handwerkerauto. „Ein, zwei Stunden sind da schnell weg“, sagt Kröger. Und das jeden Tag.

          Nicht immer befriedigt er sich dabei. „Andere Menschen gehen morgens an den Rechner und gucken, ob sie neue Mails haben.“ Er geht an den Rechner und guckt, ob es Neues von „seinen“ Frauen gibt. Mit manchen hat er so etwas wie eine Beziehung. Eine sehr einseitige, weil er die Frauen, deren Fotos oder Videos er anschaut, nie persönlich trifft. „Aber ich hatte durchaus Lieblingsfrauen.“ Dass die Namen, die sie sich im Internet geben, kaum ihre echten Namen sind, ist Kröger natürlich bewusst. Und es ist ihm egal. Pornosüchtige stumpfen zunehmend ab. Viele sind, so sagen es Krögers Therapeuten, irgendwann nicht mehr wirklich bindungsfähig.

          So ergeht es auch dem Handwerker. Er zieht sich zurück in seine eigene Welt. Bei Familienfeiern fragen ihn Verwandte, warum er so still und zurückgezogen sei. Kröger zuckt dann mit den Schultern, was soll er auch sagen? Rauchen, Alkohol, Haschisch. Über alles könnte man reden. Aber Pornos?

          Seinen Job bekommt der Handwerker bis zum Schluss auf die Reihe. Ansonsten läuft nichts mehr. Das Sexualleben mit seiner eigenen Frau schläft komplett ein. Die beiden übernachten in getrennten Zimmern.

          Wieder und wieder versucht Kröger, von seiner Droge loszukommen. Er verlegt die Kaffeemaschine aus seinem Büro im Dachgeschoss ins Erdgeschoss. „Wenn ich einen Porno anschauen wollte, habe ich mir dann einen Kaffee geholt. Der Weg ins Erdgeschoss hat schon gereicht, um mich davon abzuhalten.“ Immer wieder ist Kröger für ein paar Wochen „clean“. Dann kommt eine Stresssituation und alle guten Vorsätze sind dahin. Im Sommer 2014 sagt seine Frau: „Entweder suchst du dir Hilfe, oder ich trenne mich von dir.“

          Seitdem ist Kröger Klient bei der Mediensuchtberatungsstelle Return, einer Einrichtung der Diakonie. Seit 2008 werden dort Pornosüchtige betreut. Im ersten Jahr kommen fünf, im Jahr 2015 zehnmal so viele. Leiter der Einrichtung ist der Diplom-Pädagoge Eberhard Freitag (49). Er sagt: „Wenn du Pornos guckst, setzt dein Gehirn Stoffe frei, durch die du dich berauscht und geil fühlst. Irgendwann ist dein Hirn zu faul, sich diese Stoffe über echte Erlebnisse und Beziehungen zu holen. So kann eine Pornosucht entstehen.“

          Freitag und seine Kollegen bieten Gesprächsgruppen für Betroffene und Angehörige. Wer will, bekommt zusätzlich ganz praktische Hilfe. Techniker installieren dann auf den Computern und Smartphones der Betroffenen spezielle Software, die Pornoseiten sperrt. Martin Kröger bekommt in der ersten Phase seiner Behandlung Einzelsitzungen. Inzwischen nimmt er nur noch an Gruppengesprächen teil, er hat seine Sucht im Griff. Es ist nicht ganz einfach, weil schon eine Frau im Minirock auf der Straße seine Fantasie anregt und die Gefahr besteht, dass er sich wieder vor den Rechner setzt. Es ist ein wenig wie beim trockenen Alkoholiker: Wer wieder etwas trinkt, ist sofort wieder drauf auf Droge.

          Kröger ist zum Glück stabil. Die Therapie sei sehr hilfreich, sagt er. Heute würden sich seine Freunde wieder gern mit ihm treffen, er könne sich wieder besser öffnen. Auch gegenüber seiner Frau: „In diesem Sommer haben wir eine Reise gemacht.“ Ohne die Kinder, ohne Freunde, nur Martin und Sabine. „In diesem Urlaub haben wir uns noch einmal neu verliebt“, sagt Martin Kröger.

          So funktioniert die Therapie für Pornosüchtige

          Pornosucht ist kein gesellschaftliches Randphänomen. „Sie trifft Handwerker genauso wie Informatiker oder erfolgreiche Führungskräfte“, sagt Eberhard Freitag.

          Der Pädagoge leitet seit 2008 die Return-Fachstelle Mediensucht in Hannover. „Es gibt kein öffentliches Bewusstsein, dass wir hier ein Suchtproblem haben. Das wollen wir ändern.“ Im ersten Jahr kamen fünf Personen, in diesem Jahr sind es rund 50. Die Betroffenen seien ausschließlich Männer, gewöhnlich zwischen 30 und 60 Jahre alt. „Es kommen aber auch manchmal bereits 18-Jährige zu uns. Der Antrieb ist oft, dass die Partnerschaft in Gefahr ist.“

          Bis zu zwei Jahre dauert die Therapie. „Während dieser Zeit kommen die Betroffenen etwa alle zwei bis drei Wochen zum Einzelgespräch zu uns.“ Neben Gesprächen bietet Return auch ganz pragmatische Hilfe an: „Wir haben einen Techniker, der bei den Süchtigen einschlägige Seiten auf dem Computer sperrt“, sagt Freitag.

          Neben bzw. nach der Einzeltherapie bietet Return Gruppensitzungen an. Nicht nur für betroffene Männer, neuerdings auch für deren Partnerinnen. Außerdem hat Return ein Präventionsprogramm für Schulen entwickelt. „Pornosucht beginnt in der Regel in der Jugend“, sagt Freitag. Lehrern steht als Unterrichtsmaterial das Präventionsbuch „Fit for Love? – eine bindungsorien?erte Sexualpädagogik“ zur Verfügung.

          Neben der Internet-Sexsucht beraten die Mitarbeiter von Return auch bei allen anderen Formen problematischen Medienkonsums. Trotz der stark steigenden Nachfrage nach Prävention und Beratung soll die öffentliche Förderung durch die Stadt Hannover ab 2016 eingestellt werden. Weitere Infos: www.return-mediensucht.de

          http://www.bild.de

          02/2016 »Sparringspartner für Jugendliche sein«

           sts in : Einbecker Morgenpost 05.02.2016 Einbecker Morgenpost

          »Goethe lädt ein«: Vortrag von »return« zum Thema »Problem Medien« | Medienwelten sind jugendliche Lebenswelten

          EINBECK. Das Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Neben den Möglichkeiten, die sich durch die Nutzung von Computer und Internet ergeben, zeigen sich zunehmend auch Risiken und Gefährdungspotentiale. Diese Sorge treibt Eltern um, die Veranstaltungsreihe »Goethe lädt ein« hat deshalb das »Problem Medien« aufgegriffen und einen Abend mit der Fachstelle für Mediensucht »return« des Diakonischen Werks in Hannover zu diesem Thema organisiert. Die Sozialpädagogen Dietrich Riesen und Lucas Döbel plädierten im Umgang mit Jugendlichen dafür, im Gespräch zu bleiben, eine fragende und gesichtswahrende Haltung einzunehmen. Eltern sollten – so das eindrucksvolle Bild – Sparringspartner für ihre Kinder sein und dabei für maximalen Widerstand bei minimaler Verletzung sorgen.

          Döbel stellte klar, dass heutzutage »Medienwelten jugendliche Lebenswelten« sind. Virtuelle Erlebnisse und Erfolge könnten für Jugendliche dauerhaft bedeutsamer werden als die Anforderungen und Erfahrungen des realen Lebens. Deshalb sei es umso wichtiger, dass Jugendliche auf ein Fundament mit Bindung und Werten bauen können, damit sie in Stürmen wieder aufgerichtet werden können.

          Viele Kinder und Jugendliche haben ein Maß an Bildschirmmedien zur Verfügung, das ihrem Reifegrad nicht entspreche. 99 Prozent der Jugendlichen haben ein Handy, 80 Prozent einen Laptop; durchschnittlich verbringen die Jugendlichen 7,5 Stunden am Tag vor dem Bildschirm. Die Zeitspanne reiche allerdings nicht als Bewertungsgrundlage, ob es ein Suchtverhalten gebe. Leistungsabfall, Motivationsmangel oder Lebensentmutigung seien allerdings Anzeichen dafür. Im Auge haben sollten Eltern die Einbettung des Jugendlichen in sein Umfeld, erklärte Döbel.

          Besonders Jungen könnten in den virtuellen Welten hochkomplexer PC-Spiele regelrecht versinken. Dort können sie Abenteuer erleben, Macht ausüben und als echte Helden Missionen erfüllen, die ihr Selbstbewusstsein enorm stärken. Mädchen hingegen bewegen sich eher in sozialen Netzwerken. Durch den mobilen Internetzugang via Smartphone verstärke sich der soziale Druck der jederzeitigen Erreichbarkeit noch einmal mehr.Die Neuro-Wissenschaft erklärt das Phänomen: Onlineaktivitäten bieten eine meist unmittelbare Belohnungserfahrung. Das arbeite einem zentralen Erziehungsziel für Kinder komplett entgegen. Es geht um die Fähigkeit, eine positive Spannung im Hinblick auf ein weiter entferntes Ziel hin zu halten, das heißt auf etwas hinarbeiten zu können.

          Ziel müsse es sein, einen gesunden Umgang mit dem Medium Internet zu lernen. Zunächst seien die Eltern dafür verantwortlich, dass Medienmündigkeit gelinge. Wichtig sei, dass man mit dem Jugendlichen im Gespräch bleibe und das die Eltern eine gemeinsame Position einnehmen. Die Eltern könnten sich als »Sparringspartner« verstehen, erklärte der Sozialpädagoge. Mit 15 beziehungsweise 16 Jahren aber müssten die Jugendlichen dann gelernt haben, »mit welchen Medienwelten sie durchs Leben kommen«. Den »Klick zum Kick« nahm der Sozialpädagoge Dietrich Riesen in den Blick. Von den Inhalten der Porno-Seiten machten sich Eltern in aller Regel keinerlei Vorstellung. Sexuelle Bilder und Phantasien, gekoppelt mit Selbstbefriedigung, ermöglichten starke Gefühle und die Illusion von sexueller Erfüllung. Der übermäßige Konsum von Internet-Pornografie aber könnte zu einer Verzerrung führen.Täglich konsumierten 20,8 Prozent der 16- bis 19-jährigen Jungen Pornos, bei den Mädchen sind das lediglich 1,4 Prozent. Im Durchschnitt haben Elfjährige Erstkontakt mit diesen Bildern. Der Porno-Konsum sei enorm hoch, stellte Riesen fest. Im Netz sei Pornografie kostenlos und anonym. Da der Konsum aber für unter 18-Jährige verboten sei, müsste man hier handeln, forderte er.

          Hinzu komme, dass Studien dokumentierten, dass Jugendliche, je häufiger sie Internetpornos konsumieren, das Gezeigte für realistisch halten. Der regelmäßige Konsum befördere ein negatives Frauenbild. Die Hemmschwelle, selbst zum Täter sexueller Gewalt zu werden, sinke. »Pornos befördern Täterschaft.« Und übermäßiger Pornokonsum könne zu Beziehungsstörungen, Sucht und Gewalt führen. Ziel müsse es sein »Sexualität zu begrenzen«, damit bindungsorientierte Sexualität gelingen kann.

          Eltern kommen also um klare Grenzsetzungen nicht herum. Das Maß der Mediennutzung muss zur Reife der Kinder passen, damit sie physisch und emotional gesund heranwachsen können. Für diesen informativen Vortrag bedankte sich Lehrerin Annett Steinberg bei den beiden Referenten.

          Die Goetheschule hat das Projekt »Medienumgang auf höherem Level« seit einigen Jahren in ihr Präventionskonzept aufgenommen. Schüler des 10. Jahrgangs werden zunächst von zwei Mitarbeitern der Fachstelle zu Medienscouts ausgebildet. Im Frühjahr wird das Medienpräventionsteam unter der Leitung von Lehrer Martin Baselt Präventionsveranstaltungen für den 7. Jahrgang organisieren. Der Vortrag war der Abschluss der diesjährigen Medienscoutausbildung an der Goetheschule Einbeck.

          https://www.einbecker-morgenpost.de/nachricht/sparringspartner-fuer-jugendliche-sein.html

          02/2016 »Mitglieder der Fachstelle return geben Tipps zum Medienkonsum«

          Alexandra Schaller in: Lippische Landes-Zeitung 18.02.2016LZ Logo

          Eltern sollten Verständnis entwickeln und Grenzen setzen

          DETMOLD. Das Internet ist unser ständiger Begleiter. Wann die Nutzung problematisch wird und wie Eltern den Konsum ihrer Kinder besser einschätzen können, darüber haben Erzieher und Jugendreferent Dietrich Riesen und Sozialarbeiter Lucas Döbel von der Fachstelle Mediensucht „return“ aus Hannover im Stadtgymnasium referiert. Die rund 50 Zuhörer erhielten Einblick in die Themenbereiche Medien, Computerspiele und Internetpornografie.

          Jugendliche nicht einfach aus ihrer Welt herausreißen: Mediennutzung stelle für Jugendliche eine eigene Welt dar, in der sie Fragen wie „Gehöre ich dazu? Wo gehöre ich hin?“ beantwortet bekämen. Eltern müssten sich dessen bewusst werden und abschätzen lernen, ob ihre Kinder auch in anderen Bereichen, etwa über Hobbys, Antworten auf diese Frage suchen. Sei dies nicht der Fall, könne der Medienkonsum problematisch werden, so Döbel.

          Reife des eigenen Kindes individuell einschätzen: Vor allem bei Computer- und Onlinespielen übersteige die Verfügbarkeit der Medien oftmals die psychosoziale Reife des Kindes. Es werde zu viel Zeit an Handy und PC verbracht, wobei viele Inhalte frei zugänglich seien. Die Verfügbarkeit der Medien müsse daher stets an die jeweilige Entwicklung des Kindes angepasst werden, sagte der Sozialarbeiter.

          LZ dietrich-riesen

          Verstehen, was im Gehirn der Jugendlichen abläuft: Vereinfacht dargestellt, sei das Gehirn in Kontroll- und Partyzone eingeteilt. Beim Spielen von PC- Spielen werde die Partyzone immer wieder aufs Neue angeregt und das Belohnungssystem aktiviert. Geschehe dies dauerhaft zu häufig, könne Abhängigkeit entstehen, so Döbel. Dabei gelte es aber, zwischen einer jugendlichen Phase und Sucht zu unterscheiden.

          Sexualität thematisieren: „Internetpornografie ist ein Tabuthema“, weiß Jugendreferent Dietrich Riesen.Dennoch erfolge Aufklärung zum größten Teil über das Internet, denn dort herrsche Anonymität, es sei kostenlos, und das Alter spiele letztlich keine Rolle. Nehme der Konsum in jungen Jahren überhand, könnten laut Riesen Beziehungsstörungen, Sucht und Gewaltbereitschaft Spätfolgen sein.

          Beziehungsorientiert denken: Eltern sollten sich die Frage stellen: Was gefährdet die Beziehung zwischen mir und meinem Kind? Den Stecker des PCs zu ziehen, sei kontraproduktiv, erklärte Riesen. Auch sei eine fragende Haltung besser als eine moralisierende, bei der man das Verhalten des Jugendlichen schlichtweg abwerte. Letztlich müssten die Eltern ihren individuellen Weg für sich und ihr Kind finden, um einen adäquaten Umgang mit digitalen Medien zu gewährleisten.

          http://www.lz.de/lippe/detmold/20712085_Mitglieder-der-Fachstelle-return-geben-Tipps-zum-Medienkonsum.html

           

          05/2016: »Nur noch Pornos im Kopf«

          Gesa Lampe in: Eppendorfer 05/2016eppendorfer-logo

          Inwieweit gefährden frei zugängliche (Hardcore-) Sexfilme Jugendliche? Experten schlagen Alarm – und streiten. Unter anderem darüber, ob Pornos sexuelle Gewalt befördern.

          Sie sind kostenlos und rund um die Uhr verfügbar: Schon Kinder haben über Smartphones oder PCs Zugang zu (Hardcore-) Pornos. Inwieweit sie dies beeinflusst und ob es einen Zusammenhang zwischen Pornografie und Gewalt gibt, ist umstritten. Derweil gibt es deutliche Hinweise darauf, dass Jugendliche anfälliger für die Entwicklung von Suchtverhalten sind, da sich das pubertierende Hirn in dieser Phase „im Umbauprozess“ befindet. Dass es Pornosucht gibt, ist wissenschaftlich nicht ausreichend bewiesen, es gilt nicht als Erkrankung. Aber offenbar lassen sich immer mehr Betroffene helfen. Erkundungsbericht über ein gesundheitlich und gesellschaftlich beunruhigendes und bedrohliches Phänomen.

          Weltweit schaut niemand mehr Pornos als die Deutschen: Über zwölf Prozent aller Seitenaufrufe betrafen im Juni 2013 pornografisches Material. Die Bundesrepublik gehört zu den größten Pornomärkten der Welt. Selbst Kinder und Jugendliche haben heute über ihre Smartphones Zugriff auf entsprechende Filme und Bilder. Das Verbot des Zugänglichmachens von pornografischem Material an unter 18- Jährige nach Paragraf 184 StGB erscheint angesichts dieser Realität wie ein zahnloser Wolf. Wie wirkt sich die allgegenwärtige Pornografie auf die Menschen und ihre Sexualität aus? Wächst eine sexuell verrohte Generation heran? Diese Themen sind heiß umstritten. Während die einen Experten Entwarnung geben, sehen andere einen Zusammenhang zwischen Pornografie und sexualisierter Gewalt. Offenbar leiden manche Menschen auch unter einer regelrechten Sucht nach Pornos. Die Internetpornografiesucht ist allerdings bislang keine anerkannte Erkrankung. Dennoch lassen sich offenbar immer mehr Betroffene von Therapeuten helfen.
          Der Psychotherapeut Dr. Kornelius Roth aus Bad Herrenalb hat sich sogar auf Pornosucht spezialisiert. In der Ärztezeitung vom 19. Februar 2016 berichtete er von den Problemen der Betroffenen. Sie reichten von veränderten sozialen Beziehungen, finanziellen und gesundheitlichen Einbrüchen bis hin zu Konflikten mit dem Gesetz. Das Alter, in dem die Betroffenen Hilfe suchten, sei im Laufe der Jahre immer weiter gesunken, viele seien erst Anfang 20. Er gehe zudem von einer steigenden Anzahl von Pornosüchtigen aus.
          Selbst die Domina und Autorin Karolina Leppert sieht Auswirkungen übermäßigen Pornokonsums: In der Talkshow „3nach9“ sprach sie am 18. März über die durch Internetpornos „versauten Manieren“ vieler Männer. Für den Konsum gebe es keine Hemmschwelle mehr: Schon jeder 12-Jährige könne sich heute auf dem Smartphone den ganzen Tag lang Hardcore-Pornos angucken. Klassisch tätige Prostituierte hätten große Schwierigkeiten mit den unrealistischen Erwartungen unhöflicher und selbstherrlicher Männer. Gemeinsam mit einer Kollegin schrieb Leppert das Buch „Männermanieren – Standpauke aus dem Rotlicht“.
          In Hannover widmet sich die Mediensucht-Fachstelle Return der Pornosucht – mit Therapien, Beratungen für Betroffene, Partner und Eltern, Gruppen- und Fortbildungsangeboten sowie dem Pornografie-Präventions-Fachbuch „Fit for Love?“. Diplom-Pädagoge Eberhard Freitag und seine Frau, die Diplom-Psychologin Tabea Freitag, leiten die Fachstelle. Seit der Gründung im Jahr 2008 widmet sich Return Computerspiel- und Pornosüchtigen. Rund 200 Betroffene von Pornosucht hat Return bisher betreut – 50 allein im Jahr 2015. Im Gespräch mit dem EPPENDORFER betonte die Autorin und Trau- matherapeutin Freitag, es bestehe ein klarer Zusammenhang zwischen Pornografie und sexueller Gewalt – insbesondere, wenn bereits in jungen Jahren konsumiert werde. Dies belege etwa die Studie „Pornography, Sexual Coercion and Abuse and Sexting in Young People’s Intimate Relationships: A European Study“ aus dem Jahr 2015 (http://euro- pepmc.org/abstract/med/26951609).
          In ihrer Praxis ist Tabea Freitag bereits 2005 mit sexuellem Missbrauch als Folge von Pornokonsum konfrontiert worden: „Brüder haben pornografische Szenen an ihren Schwestern nachgespielt – selbst in empathischen, guten Familienkontexten.“ Mit ihrem Fachbuch möchte Freitag vor allem aufklären. Viele Teenager schauten Pornos, bevor sie eigene sexuelle Erfahrungen machen. Mangels anderer Vorbilder glaubten sie, das sei normaler Sex. Der durchschnittliche Erstkonsum liege bei elf bis 13 Jahren. Einer Studie aus dem Jahr 2011 zufolge hätten 94 Prozent der 13-jährigen Jungen und 50 Prozent der gleichaltrigen Mädchen bereits Pornografie im Internet gesehen. Gemäß Studien von 2008 schauten sich ein Fünftel der männlichen Jugendlichen täglich Pornografie an, zwei Drittel mindestens einmal pro Woche. Angesichts der immer leichteren Verfügbarkeit via Smartphone sei heute von noch höheren Anteilen auszugehen. Mädchen schauten im Durchschnitt weniger häufig und weniger gern, wollten sich aber auch auskennen. In der Pornografie werde die Sexualität jedoch zu sehr auf den Lustaspekt der Männer reduziert.
          Das sieht auch die britische Unternehmerin Cindy Gallop so, die schon 2009 auf einer TED-Konferenz ihre sexuellen Erfahrungen mit jungen Männern und ihre daraus resultierenden Forderungen auf den Punkt brachte. Hardcore-Porno- grafie sei heute de facto das neue Ausbildungsmaterial, wenn es um Sexualität geht. Sie suggeriere Allgemeingültigkeit, habe jedoch nicht zwangsläufig etwas mit der Realität zu tun. Allerdings sei es Eltern zu peinlich, um mit ihren Kindern über das Thema zu sprechen, und die Bildungsinstitutionen hätten zu viel Angst davor, nicht politisch korrekt zu sein, um das Thema aufzunehmen. Es brauche Umerziehung, Rehabilitation und Neuorientierung. Gallop forderte: „Make love, not porn!“ (http://blog.ted.com/cindy_gal- lop_ma/).
          Die Folgen des Pornokonsums sind laut Psychologin Freitag vielschichtig und betreffen auch die Partnerinnen. Süchtige Konsumenten zeigten oft nur wenig oder kein sexuelles Interesse mehr an ihrer Partnerin, verglichen diese mit den Pornostars oder verlangten schmerzhafte Praktiken. „Manche Frauen werden darunter depressiv, andere werden die belas- tenden Bilder von brutalem Sex nicht mehr los, die sie am Bildschirm gesehen haben.“ Mädchen setzten sich demütigen- den Sex-Praktiken aus, weil sie glaubten, das sei normal oder der Partner würde sich sonst eine andere suchen. Nicht wenige auch schon junge Männer berichteten von partieller Impotenz. „Auf der Suche nach dem immer härteren Porno- Kick reichen die Reize der eigenen Freundin oder Frau irgendwann nicht mehr aus“, so Eberhard Freitag. Manche gingen dann auch zu Prostituierten. Und fliege dies oder heimlicher Pornokonsum in einer Partnerschaft auf, sei die Beziehung häufig wegen zerstörten Vertrauens vom Scheitern bedroht.
          Nicht jeder, der Pornos konsumiere, werde aber auch süchtig, so Eberhard Freitag. Entscheidend seien etwa das Ein- stiegsalter, ein hohes Reizbedürfnis, eine geringe Impulskontrolle oder auch eine narzisstische Neigung. „Doch manchmal ist nicht ganz klar, was zuerst da war: die Henne oder das Ei.“ Pornosucht sei jedenfalls nicht schichtabhängig – unter den Betroffenen seien Handwerker, Beamte oder auch Manager. Jugendliche suchten kaum Hilfe – sie verspürten meist noch keinen Leidensdruck. „Die Männer kommen oft erst, wenn ihre Beziehung in Gefahr ist“, so Freitag. Da es keine öffentliche Debatte gebe, sei sich kaum einer der Gefahren und des Suchtpotentials bewusst.
          Eine Therapie sei jedoch geeignet, sowohl die Pornosucht zu besiegen als auch belastende Bilder sexueller Gewalt aus dem Kopf zu bekommen. Eine bewährte Methode aus der Traumatherapie sei etwa die „Überblendtechnik“. Wichtig bei einer Sucht sei der komplette Verzicht auf Pornografie. Es handele sich um klassisches Suchtverhalten mit sämtlichen anerkannten Kriterien wie Kontrollverlust, Dosis- Steigerung, Entzugssymptomen (wie etwa „unbändigem Verlangen“) sowie das billigende In-Kauf-Nehmen von negativen Konsequenzen. Bei Return treffen sich regelmäßig cleane Männer in einer Gruppe. Meist seien sie anfangs peinlich berührt, wenn sie ihren Leidensgenossen begegnen, dann aber froh, mit ihrem Problem nicht allein zu sein. Auch eine Partnerinnen-Gruppe existiert.
          Damit Kinder und Jugendliche gar nicht erst Pornografie konsumieren oder sie zumindest richtig einordnen können, sei es wichtig, rechtzeitig mit ihnen zu sprechen. „Auch die Verfügbarkeit des Internets muss dem Entwicklungsstand des Kindes angepasst sein“, so Eberhard Freitag. So sollten Software-Filter zum Schutz vor verstörenden Bildern auf deren Rechner installiert werden. „Die Eltern müssen sich klarmachen, dass ein Smartphone kein Telefon ist, sondern ein kleiner Computer, der alles kann“, so Freitag. Und: „Ein Kind wird nicht gleich zum Außenseiter, nur weil es in der 5. Klasse kein Smartphone hat.“ Es sei wichtig, die Verantwortung der Eltern zu stärken bzw. sie ihnen überhaupt bewusst zu machen. Freitag: „In einer guten Beziehung kann man es aushalten, wenn einen die Kinder auch mal ätzend finden.“ Ein großes Dilemma ist laut Tabea Freitag, dass viele Kinder – auch über die Smartphones anderer Kinder – schon früh unkontrollierten Zugang zum Internet haben. „So müssen Eltern bereits in einem Alter mit Kindern über Pornografie sprechen, in dem diese eigentlich noch gar nichts damit zu tun haben wollen.“
          „Durch den Pornokonsum verpassen die Jugendlichen ihre eigene, persönliche sexuelle Entdeckungsreise“, so Tabea Freitag. Sie möchte die Jugendlichen sprachfähig machen – auf eine wertschätzende und gesichtswahrende Weise. Würde und Selbstbestimmung sind ihr wichtig. Die meisten Jugendlichen wünschten sich eine dauerhafte Partnerschaft. In ihrem an Pädagogen gerichteten Präventions-Fachbuch zeigt sie auf, was die Jugendlichen jetzt schon dafür tun können. Wichtig seien positive Bilder von Liebe und Sexualität, die Stärkung der eigenen Intuition oder auch das Wertschät- zen des Schamgefühls.
          Pornografie fördere dagegen eine konsumorientierte Sexualität ohne Empathie, Bindung und Verantwortung. Es sei zwar illusorisch, Pornografie zu verbannen, doch es sei wichtig, Dinge geradezurücken und zu hinterfragen.
          Die Deutsche Gesellschaft für Trauma und Dissoziation e.V. warnt in einem Memorandum von 2015 davor, Pornografie zu verharmlosen und weist darauf hin, dass ein erheblicher Teil der frei zugänglichen Internet-Pornografie mit Erniedri- gung, Gewalt und brutalen sexuellen Misshandlungen verbunden sei. Folge seien nicht nur schwerste körperliche und psychische Verletzungen und Traumatisierungen bei den Pornodarstellerinnen. Es entstehe auch ein dominanzgeprägtes Lustschema, das schwer in Beziehungen zu integrieren sei, die auf Vertrauen, Intimität und Respekt beruhen. Auch Kinder übten aufgrund des Pornografiekonsums mitunter sexuelle Gewalt auf jüngere aus (weitere Informationen im Internet unter www.dgtd.de).
          In einer Arbeit vom Juni 2012 gab sich die Sozialwissenschaftlerin Esther Stahl dagegen gelassen: „Studien geben alles in allem Entwarnung ob der Befürchtung, es wachse eine ,verrohte Generation‘ heran.“ Dennoch solle die Internetpornografie nicht bagatellisiert werden. Es sei davon auszugehen, dass Pornografie eine ambivalente Wirkung auf Jugendliche habe. Diese sei auch abhängig von nichtsexuellen Erfahrungen in der Kindheit. Auch Professor Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätskrankenhaus Eppendorf, glaubt nicht an eine allgemeine sexuelle Verwahrlosung Jugendlicher. In einem Interview im Hamburg-Teil der ZEIT vom 10. März sagte er: „Auch wenn die meisten Jugendlichen schon früher im Internet Pornofilme anschauen, haben sie gute Kompetenzen zu unterscheiden, was problematisch ist und was nicht, was ihnen irreal oder geschmacklos erscheint, und was sie deswegen einfach wegklicken.“

          http://www.eppendorfer.de/fileadmin/user_upload/EPPmai2016.pdf

          05/2016 »Internetsucht befeuert Schul-Burnout und umgekehrt«

          pressetext.redaktion in: www.wallstreet-online.de 27.05.2016logo wallstreet-online

          Helsinki (pte005/27.05.2016/06:10) – Die exzessive Internetnutzung erhöht bei Kindern die Wahrscheinlichkeit eines Burnouts in der Schule. Umgekehrt führt ein Burnout oft zu übermäßigem Web-Konsum und teils sogar zu Online-Sucht, wie das „Mind the Gap“-Projekt http://wiredminds.fi im Auftrag der Academy of Finland http://www.aka.fi anhand einer Analyse von 3.000 Schülern in Helsinki im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren ergeben hat. Demnach führt der beste Weg, um die geistige Gesundheit der jungen „Digital Natives“ zu gewährleisten, über die Steigerung der Motivation, in die Schule zu gehen.

          Neues Belohnungssystem

          „Wenn Kinder und Jugendliche viel Zeit mit Computerspielen oder anderen Online-Aktivitäten verbringen, hat das gravierende Konsequenzen auf ihr Belohnungssystem im Gehirn“, erklärt Eberhard Freitag, Leiter der return Fachstelle für Mediensucht http://return-mediensucht.de in Hannover , gegenüber pressetext. Während es in der Schule normalerweise um einen Belohnungseffekt ginge, der auf ein längerfristiges Ziel ausgerichtet ist, sei die entsprechende Taktfrequenz im Internet deutlich geringer. „Das hat zur Folge, dass die Betroffenen in der Schule eine geringere Motivation an den Tag legen, weil sie wissen, dass sie dort viel länger auf eine Belohnung hinarbeiten müssen als im Web“, so Freitag.

          Das Problem sei aber heute auch oft, dass viele Jugendliche generell ein Maß an Medien zur Verfügung haben, das sie schlicht und einfach überfordert. „Die Verfügbarkeit von internetfähigen Geräten muss an den Reifegrad seiner Nutzer angepasst sein. Wenn ein Kind in der Schule dauernd sein Smartphone griffbereit in der Hosentasche dabei hat, hat es keine Chance, sich seiner Faszination zu entziehen und wird immer wieder danach greifen. Das stört klarerweise die Aufmerksamkeit während des Unterrichts, was wiederum einen negativen Einfluss auf die schulischen Leistungen haben kann“, verdeutlicht der Diplom-Pädagoge.

          Depressionen sind möglich

          Wie aus der finnischen Studie mit dem bezeichnenden Titel „Die Schattenseite der Internetnutzung“ hervorgeht, kann ein übermäßiger Web-Konsum in Kombination mit einem immer geringeren Interesse an der Schule in weiterer Folge sogar zu ernsthaften Depressionen führen. Entsprechende Symptome und
          Anzeichen eines Burnouts sind während der Pubertät anscheinend häufiger bei Mädchen zu finden. Dafür sollen Jungen stärker an den Folgen einer exzessiven
          Online-Nutzung leiden, heißt es in dem Bericht.

          http://www.wallstreet-online.de/nachricht/8638372-internetsucht-befeuert- schul-burnout-umgekehrt

          08/2016 »Wenn das Internet die Freizeit beherrscht«

          Interview mit Birgit Greuner in:land und forst Land & Forst 08/2016

          Per PC oder Smartphone ins Internet: Jugendliche sind häufig online unterwegs. Wie beeinflusst dieses „Hobby“ unsere Kinder? Dazu Diplom-Pädagoge Eberhard Freitag aus Hannover.

          Das Zimmer ist abgedunkelt, der Computerbildschirm leuchtet, die Hand auf der Maus zuckt hin und her: Der 14-jährige Tom spielt am PC. Seine Schwester Pia, 16 Jahre, liegt nebenan auf ihrem Bett mit dem Smartphone in der Hand. Sie schreibt über Whatsapp mit ihren Freundinnen. So wie Tom und Pia verbringen viele Jugendliche ihre Freizeit im Internet. Wir haben den Diplom-Pädagogen Eberhard Freitag, Leiter der Fachstelle Mediensucht return in Hannover, zum intensiven Internetkonsum bei Jugendlichen befragt.

          Herr Freitag, das Internet zieht seit Jahren Kinder und Jugendliche in den Bann. Womit beschäftigen sich Jungen dort hauptsächlich?
          Jungen spielen zum einen gern Onlinerollen- und -strategiespiele. Sie ‚treffen‘ sich mit bekannten oder unbekannten Mitspielern im Internet und vertiefen sich in Angebote wie Simulationen aller Art, Minecraft (Konstruktion von 3D-Welten) oder Egoshooter (Bekämpfung virtueller Gegner mit Schusswaffen).
          Was vielen Eltern nicht bewusst ist: Viele Jungen sind auch regelmäßig auf Internetseiten mit pornografischen Inhalten unterwegs. Das tun sie aus Neugierde durchschnittlich mit elf Jahren zum ersten Mal. 20 Prozent der männlichen Jugendlichen von 16 bis 19 Jahren konsumieren dann aber sogar täglich Pornografie im Netz. Das zeigt eine Online-Befragung der Deutschen Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Sexualforschung von 2008. Diese Zahl dürfte heute höher liegen: Mit dem Smartphone ist das Internet quasi überall verfügbar.

          Wie nutzen Mädchen das Internet?
          Mädchen sind meist per Smartphone oder PC in sozialen Netzwerken unterwegs, bei WhatsApp, Instagram oder auf Facebook. Sie kommunizieren miteinander, tauschen Fotos und Videos aus. Viele Mädchen spielen auch, aber eher selten so intensiv, dass Probleme entstehen.

          Nicht alle Eltern wissen, wie und wofür ihre Kinder PC und Smartphone nutzen. Wie können sie sich mehr Einblick verschaffen?
          Eltern sollten zumindest in Ansätzen wissen, was ihre Kinder mit Smartphone oder PC eigentlich machen. Wie funktionieren Nachrichtendienste wie Whatsapp, welche Spiele nutzt ihr Kind und was fasziniert es daran? Lassen Sie sich diese Dinge von den eigenen Kindern selbst erklären. Diese fühlen sich ernst genommen und gehen dann auch eher ein Gespräch über ihr Konsumverhalten ein.

          Wie beeinflusst die intensive Internet-Nutzung die Kinder?
          Wer ständig das Smartphone zur Hand nimmt, kann sich zum Beispiel schlechter konzentrieren. Verbringt ein Kind viel Zeit am Bildschirm, können die Schulleistungen leiden. Beim PC-Spielen werden die Kinder durch häufige Belohnungen von außen motiviert. Das kann die Eigenmotivation schwächen. Müssen sie im Spiel gewalttätig handeln, kann ihr Mitgefühl abnehmen.

          Und welchen Gefahren sind gerade Jugendliche ausgesetzt, die sich häufiger Pornografie im Internet anschauen?
          Internetpornografie ist ein kostenloses und überall verfügbares Suchtmittel. Regelmäßiger Konsum kann unmerklich in ein Suchtverhalten übergehen.

          Welche Folgen kann das haben?
          Unter Umständen gibt es über etliche Jahre keine offensichtlichen negativen Auswirkungen für den Konsumenten. Die zeigen sich erst später, wenn zum Beispiel die Partnerschaft am fortdauernden Konsum zu zerbrechen droht oder der Arbeitsplatz durch den Konsum am Firmenrechner gefährdet ist.
          Es ist wissenschaftlich unstrittig: Je häufiger Jugendliche Pornografie konsumieren, umso weniger hat Sexualität für sie mit Beziehung und Verantwortung zu tun. Der Sexualpartner wird tendenziell zum austauschbaren Objekt, die Beziehungsfähigkeit leidet. Diese Haltung befördert logischerweise leider auch sexuellen Missbrauch.

          Wenn ich das Gefühl habe, dass mein Kind zu häufig im Internet ist: Ab wann muss ich mir wirklich ernsthaft Sorgen machen?
          Zunächst einmal ist es wichtig, dass Eltern nicht bei jedem längeren PC- oder Handygebrauch sofort von „Sucht“ sprechen und damit Druck auf das Kind ausüben. Ob jemand wirklich süchtig ist, richtet sich nicht nach der Zeit, die er täglich im Internet verbringt. In unserer Beratungsstelle bewerten wir die Situation von Hilfesuchenden anhand eines wissenschaftlichen Fragebogens vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Wir fragen neun Kriterien ab, die für eine Diagnosestellung erforderlich sind.

          Was sind das für Kriterien?
          Es ist zum Beispiel wichtig, ob Betroffene ihr PC-Spielen verheimlichen oder ob sie weiter spielen bzw. konsumieren, obwohl sie bereits Freunde oder ihren Arbeitsplatz verloren haben.

          Klar ist, ohne Internet geht’s heute nicht. Kann ich mein Kind überhaupt angemessen auf die Gefahren vorbereiten?
          Das können Sie! Die beste Vorbereitung ist eine stabile, wertschätzende Beziehung zu Ihrem Kind und seine solide Verankerung im Leben: Zeigen Sie Ihrem Kind, wie wichtig es ist, Freundschaften zu pflegen, Hobbys zu haben. So kann es Selbstvertrauen, eine gesunde Selbsteinschätzung und Kommunikationsfähigkeiten entwickeln. Lassen Sie Ihr Kind zunächst möglichst nur ins Internet, wenn Sie dabei sind oder eine Schutzsoftware installiert haben. Eine solche Software kann bis zum Alter von etwa 13 Jahren eine gute Hilfe sein.
          Je älter ein Kind ist, desto weiter ist seine Persönlichkeit entwickelt. Es verinnerlicht mehr und mehr Werte wie Vertrauen und Respekt, kann reflektiert kommunizieren. Verletzt jemand diese Werte, zum Beispiel durch Cybermobbing (Belästigung über soziale Netzwerke*), nehmen ältere Kinder das besser wahr und können sich auch besser davor schützen.

          Nochmal zurück zum Thema Pornografie: Woher weiß ich, ob mein Kind sich solche Seiten im Internet anschaut und was kann ich tun?
          Zunächst einmal: Ich würde zumindest bei Jungen ab ca. 11 oder 12 Jahren grundsätzlich vermuten, dass sie sich Pornografie im Netz anschauen, weil sie einfach neugierig sind. Das setzt natürlich voraus, dass sie unbeobachtet die Möglichkeit dazu haben. Kinder bis etwa 13 Jahren sollten vor der Konfrontation mit solchen Inhalten unbedingt geschützt werden, am besten mit einer Seitenfiltersoftware.
          Mit Jugendlichen müssen wir darüber sprechen, was das regelmäßige Anschauen von Pornografie im Internet bewirken kann. Jugendliche sollten wissen, dass der Konsum ihre Sehnsucht nach Liebe und Partnerschaft nicht stillt, dafür aber ihre Phantasie vergiftet und ihnen ihre eigene Entdeckungsreise stiehlt. Für das Gespräch darüber ist entscheidend, ob Eltern eine vertrauensvolle Beziehung zu den Kindern haben.
          Wenn Sie mit Ihrem Kind sprechen, sind in jedem Fall offene Fragen sehr hilfreich, wie z.B.: Was machst du, wenn du zufällig auf eine solche Seite stößt? Warum konsumieren viele Jungen in deinem Alter Pornos? Die Jugendlichen brauchen dann allerdings einen Raum für gesichtswahrende Antworten. Außerdem sollten sie die Gewissheit haben, dass sie die Geräte nicht weggenommen bekommen, wenn sie den Konsum zugeben.
          Unser Präventionsbuch bzw. -programm „Fit for love“ (Praxisbuch zur Prävention von Internet-Pornografie-Konsum, Tabea Freitag, Verlag: return), bietet vielfältige Anregungen für das Gespräch über das Thema Internet-Pornografie-Konsum.

          Kinder brauchen Regeln für den Medienkonsum. Was ist, wenn sie diese missachten?
          Generell gilt: Wir dürfen unseren Kindern nur so viel Eigenverantwortung geben, wie sie je nach ihrem Entwicklungsstand auch übernehmen können. Achten Sie konsequent darauf, dass Ihre Kinder beschlossene Regeln einhalten. Tut ein Kind das nicht, kann es der Faszinationskraft des Bildschirms noch nicht eigenständig widerstehen. Dann müssen wir als Eltern dafür sorgen, dass PC oder Smartphone zeitlich begrenzt zur Verfügung stehen, zum Beispiel per Schutzsoftware. Nach einiger Zeit kann man diese Beschränkungen wieder erweitern und schauen, ob die Selbstkontrolle besser gelingt.
          Halten Jugendliche abgesprochene Regeln nicht ein, können Eltern beispielsweise darüber nachdenken, ihre Kinder stärker als bisher in Haushaltsarbeiten einzubinden, um das Verantwortungsgefühl zu stärken.

          Eltern benutzen selbst mehr oder weniger häufig Smartphone und PC. Wie wirkt das auf die Kinder?
          Eltern sind auch in Sachen Mediennutzung Vorbilder für Ihre Kinder: Wenn Sie selbst andauernd das Handy in der Hand haben, in direkten Gesprächen mit den Kindern auch noch Nachrichten ins Handy eintippen, dann wird Ihr Kind dies als selbstverständlich ansehen und auch so umsetzen. Das Gleiche gilt für die Arbeit mit dem Laptop: Gehen Sie nicht zur gemeinsamen Familienmahlzeit, sondern arbeiten weiter am PC, dann wird Ihr Kind seine PC-Zeiten auch nicht für solche Gemeinschaftstermine unterbrechen wollen. Deshalb: Wenn Sie von Ihren Kindern die Einhaltung von PC- und Handy-Regeln fordern, müssen Sie als Eltern diese Regeln genauso einhalten.

          http://www.agrarheute.com/landundforst/news/internet-freizeit-beherrscht

          02/2017 »Smartphone-Sucht: Erst sprechen – dann chatten«

          ani in: Mindener Tageblatt 15.02.2017logo-mt

          Minden (mt/ani). „Kinder wissen sehr gut, was sie wollen und was sie nicht wollen, aber sie wissen vielfach noch nicht, was sie brauchen“, so der dänische Familientherapeut Jesper Juul. Was Kinder heute vor allem wollen: chatten, am Smartphone oder PC spielen und Videos gucken. Das ist nicht immer das, was ihnen guttut, aber elektronische Medien besitzen eine hohe Attraktivität: Spaß und Abenteuer, ohne dafür das eigene Zimmer verlassen zu müssen.

          Bildschirmmedien haben Suchtpotenzial. Seit etwa 2005 beobachtet der Diplom-Pädagoge Eberhard Freitag eine wachsende Abhängigkeit bei Kindern und Jugendlichen. 2008 gründete er deshalb in Hannover die Fachstelle Mediensucht „return“, die Beratung und Hilfe beim Ausstieg aus der Sucht bietet. Unter der Überschrift „Was machen Kinder mit Medien? Was machen Medien mit Kindern?“ berichtete er über die Gefahren eines falschen oder übermäßigen Medienkonsums bei Kindern. Grundproblem sei die rasante technische Entwicklung der vergangenen Jahre. Weder die einschlägigen Gesetze noch pädagogische Konzepte hätten damit Schritt halten können. Elektronische Medien seien zu kinderleicht bedienbaren Alltagsgegenständen geworden.

          Die Kluft zwischen der Verfügbarkeit der Geräte und der psychosozialen Reife ihrer Nutzer habe sich immer weiter vergrößert. „Wir können die Reife nicht beschleunigen. Kinder im Vorschulalter zu einem kritischen Umgang mit den eigenen Daten im Netz erziehen zu wollen, ist eine Illusion. Wir müssen deshalb die Verfügbarkeit an den Reifegrad anpassen“, lautet Freitags Fazit.mt Artikel

          Kinder brauchten eine verantwortungsvolle Begleitung bei der Mediennutzung. Eltern sollten den Medienzugang und -umgang je nach Reifegrad des Kindes begrenzen und steuern, beispielsweise über festgelegte Nutzungszeiten und Filter, die jugendgefährdende Internetseiten blockieren. Zugleich müssten sie ihrem Kind Entfaltungsmöglichkeiten in der realen Welt bieten: „Kinder wollen an Grenzen kommen, sich beweisen können, echte Helden sein, notfalls auch mal scheitern dürfen. Wenn sie das in der realen Welt tun können, sind sie weniger anfällig für virtuelle Missionen.“ Kindern den Weg zu einer mündigen Mediennutzung zu ebnen, sei ein jahrelanger Prozess, der nicht delegiert werden könne: „Wir Eltern kommen aus dieser Nummer nicht heraus. Schule kann unterstützen, aber nicht ersetzen, was zu Hause gelebt oder nicht gelebt wird.“

          Gelingt es Eltern nicht, diese Aufgabe wahrzunehmen, ist die Gesundheit ihrer Kinder in Gefahr. Das erleben die Mitarbeiter des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) des Johannes-Wesling-Klinikums in Minden immer wieder. „Verhaltensauffälligkeiten nehmen insgesamt zu“, beobachtet Armin Pampel, ärztlicher Leiter des SPZ. Die Ursachen sieht er vor allem in der familiären Situation. „Quer durch alle gesellschaftlichen Schichten gibt es immer mehr Eltern, die in Fragen der Erziehung sehr unsicher sind.“

          Bleibt das Kind im Umgang mit den Medien auf sich gestellt und gerät der Konsum aus den Fugen, kann es zum Beispiel zu ADHS-ähnlichen Symptomen kommen. Die Frage, wie viel Zeit vor dem Rechner oder dem Fernseher verbracht wird, gehört deshalb im SPZ zu jeder umfassenden Anamnese. „Gar nicht so selten bekommen wir dann die Antwort: Mein Kind sitzt den ganzen Tag am Handy oder am PC und guckt Videos“, berichtet Pampel. Manchmal könne dann eine Begrenzung des Konsums schon nach wenigen Wochen dazu führen, dass sich das Verhalten der Kinder deutlich ändere.

          Erklärtes Ziel der Mitarbeiter des SPZ ist es, ausnahmslos jedem Kind die Teilhabe am alltäglichen Leben zu ermöglichen und es seinen Platz in der Gesellschaft und in der Familie finden zu lassen. Gemeinsam mit den Eltern wird geplant, wie die beste Behandlung und Förderung für ihr Kind aussehen könne. Dazu gehört eine geeignete Hilfsmittelversorgung ebenso wie die beratende Begleitung der Familie. Denn nicht nur das zu behandelnde Kind, auch die Angehörigen brauchen Unterstützung: „Es kann ein langer Prozess sein, bis aufseiten der Eltern die notwendige Akzeptanz für die jeweilige Beeinträchtigung ihres Sohnes oder ihrer Tochter da ist“, so Pampel. Am SPZ ist man bereit, diesen Weg mit den Eltern und ihren Kindern zu gehen.

          Wer meint, dass sein Kind professionelle Hilfe im Sozialpädiatrischen Zentrum des Johannes-Wesling-Klinikums braucht, sollte sich zuvor mit seinem Kinder- oder Hausarzt darüber unterhalten. Eine Behandlung ist nur mit einer Überweisung möglich.

          http://www.mt.de/lokales/minden/21688742_Smartphone-Sucht-Erst-sprechen-dann-chatten.html

          Copyright © Mindener Tageblatt 2017

          09/2017 »Pornotopia – Zaubertrunk aus dem Netz?«

          Tabea Freitag in: Fachzeitschrift Grüner Kreis „Wege aus der Sucht“ Herbst 2017 logo_grüner Kreis

           

          Warum Pornos süchtig machen und was wir präventiv tun können

          Pornografie – Sex als Konsumgut – hat sich seit der digitalen Wende einerseits als massenmedial verbreitetes »normales Genussmittel« etabliert, dessen weitgehend unkritische Akzeptanz sich mit dem Feigenblatt progressiver Aufgeklärtheit umgibt. Andererseits verbergen sich hinter diesem Feigenblatt Formen der Entmenschlichung der Sexualität und der Gewalt und Entwürdigung von Menschen, die in einer aufgeklärten Gesellschaft nur durch ein doppeltes Tabu möglich sind: das Tabu des Schweigens und der Anonymität und das Tabu durch Normalisierung und Normierung. So prägt das Mainstreaming pornotypischer Praktiken zunehmend erwachsene wie auch jugendliche Beziehungen, wie zahlreiche Studien belegen. Nach Analysen der meistgefragten Pornofilme u. a. durch Bridges et al. zeigen 90 % der Mainstream-Pornografie männliche Dominanz verbunden mit Demütigung und Gewalt an Frauen (Schlagen, Würgen, sadistische Praktiken u. v. m.). Dem Konsumenten ist dabei häufig nicht bewusst, dass ein großer Teil der pornografischen »Schlachthofästhetik

          « (Pastötter) nicht freiwillig, sondern im Dunkelfeld der modernen Sklaverei entstanden ist. Man geht davon aus, dass 60 bis 80 % der inzwischen auf 45,8 Millionen geschätzten Opfer moderner Sklaverei sexuell ausgebeutet wer- den, wobei die Grenzen zwischen Zwangsprostitution und Pornografie durch die digitale Technik fließend geworden sind. Pornografiekonsum befeuert wiederum die Nachfrage nach verfügbaren Frauen, an denen die zuvor gesehenen brutalen Akte praktiziert werden können. Die Forschergruppe um Wright stellte 2014 fest, dass die demütigenden und gewalthaltigen Praktiken nicht nur gesehen, sondern in einem hohen Ausmaß auch nachfolgend in die Tat umgesetzt werden, wobei das Praktizieren aller pornotypischen Praktiken in signifikantem Zusammenhang mit einem häufigen Pornokonsum der befragten Männer steht. Zahlreiche experimentelle u. a. Studien belegen, dass ein regelmäßiger Pornografiekonsum die Akzeptanz von sexueller Gewalt erhöht wie auch die Bereitschaft , diese in die Tat umzusetzen.

          Pornostandards prägen jedoch auch die Beziehungen Jugendlicher bzw. zunächst ihre Wunschliste. In der Präventionsarbeit sagen die Jungen meinem Kollegen, unter »gutem Sex« verstünden sie, wenn sie Oral, Anal u. v. m. bekommen. Viele Mädchen wissen, was von ihnen (zukünftig) erwartet wird. Selbstbewusste Gymnasiastinnen sagten mir: »Ja, wenn wir das nicht mitmachen, sind wir doch selber schuld, wenn er sich ’ne andere sucht.« In ihrem Dilemma zwischen Bindungswunsch und Identitätsgefühl (alleine bleiben oder mitmachen, obwohl es nicht stimmig ist?) lassen sich viele im Wissen um die Normalisierung von pornografischen Standards auf unstimmigen, schmerzhaften Sex ein. Sie haben Angst, in Aussehen und sexueller Performance nicht zu genügen und schließlich verlassen zu werden »für eine andere, die mehr zu bieten hat«. Den meisten Mädchen ist bewusst, dass fast alle Jungen Pornos konsumieren, und viele haben sich auch selbst schon dort umgeschaut. Nach einer Befragung in Zürich haben 91 % der 13- bis 16-jährigen Jungen und 44 % der Mädchen schon Pornografie im Internet gesehen. Fast die Hälfte der 16- bis 19-jährigen Jungen (47 % gegenüber 3 % der Mädchen) gaben 2010 an, fast täglich oder täglich pornografische Filme anzusehen. Einer größeren Onlinebefragung zufolge konsumierten bereits 2008, d. h. vor dem mobilen Internet, 20,6 % der männli- chen 16- bis 19-jährigen Jugendlichen täglich Pornografie, zwei Drittel mindestens wöchentlich. Bei den Erwachsenen war die Konsumhäufigkeit vergleichbar hoch. Mädchen und Frauen schauen deutlich seltener Pornos, lassen sich aber häufiger auf erotische Chats und in der Folge auf reale Begegnungen ein.

          Je häufiger Jugendliche Pornografie konsumieren, desto eher halten sie das Gesehene für realistisch und umso mehr dringen pornografische Standards ein in die realen Beziehungen. So haben Erfahrungen mit Analsex bei den 18-bis 29-Jährigen in wenigen Jahren drastisch zugenommen, obwohl fast alle Mädchen und ca. 70 % der Frauen dies als sehr schmerzhaft erleben.

          Längsschnittstudien zeigen: Je häufiger Jugendliche Pornografie konsumieren, desto exzessiver beschäftigen sie sich auch gedanklich mit sexuellen Phantasien, d. h. das pornografische Kopfkino geht auch offline weiter. Das verändert die Selbst- und Fremdwahrnehmung. Häufiger Konsum geht mit der vermehrten Wahrnehmung von Mädchen als Sexobjekt einher und mit ihrer Abwertung, einem negativen Frauenbild und, in logischer Konsequenz, denn Sexobjekte sind austauschbar, mit einer positiven Einstellung zu One-Night- Stands und Promiskuität.

          Zudem können die exzessive Beschäftigung mit sexueller Stimulation und die Suche danach im Internet in ein Suchtverhalten münden. Das hohe Suchtpotenzial von Internetsexangeboten wurde in zahlreichen Studien bestätigt. Studien zur Prävalenz der Internetsexsucht divergieren zwischen 1 und 8,3 % der Bevölkerung, eine Varianz, die auch dem Fehlen einheitlicher Kriterien dieser Verhaltenssucht geschuldet ist.

          In der Behandlung sehen wir klassische Merkmale einer Abhängigkeitserkrankung wie Entzugssymptome, Toleranzentwicklung, Kontrollverlust und Fortsetzung trotz negativer Konsequenzen wie dem Zerbrechen der Partnerschaft. Um die entstehende Sucht nach dem gesteigerten Kick zu befriedigen, suchen Betroffene vielfach zunehmend härtere Inhalte oder interaktive Formen des Cybersex mit Übergängen zu realen Affären. Jederzeit verfügbar, schnell, anonym und überwiegend kostenlos, kann Pornografiekonsum verbunden mit Masturbation dank seiner intensiven neurobiologischen Belohnungswirkung und seiner gefühlsre- gulierenden Wirkung als ideale Selbstmedikation gegen Gefühle von Frust, Langeweile oder Einsamkeit fungieren.

          Pornografie ist in der Lage, eine Vielzahl von Bedürfnissen anzusprechen: Sowohl Stimulanzbedürfnisse nach Neuheit, Abenteuer, Risiko und Grenzerfahrungen werden angesprochen als auch das Bedürfnis nach Entspannung und Bewältigung von Unruhe- oder Spannungszuständen. Pornografie kann sowohl Bindungswünsche bedienen – die Illusion (Trugbild) von Intimität, Zuwendung, Bestätigung oder Fürsorge – als auch den Wunsch nach Autonomie, Macht und Kontrolle. Gleichzeitig wird die reale Befriedigung dieser Bedürfnisse gerade erschwert. So ist Pornografie als anonyme, entper- sonalisierte Form von Sexualität das Gegenteil von Intimität und beschädigt diese durch den einsamen und meist heimlichen Konsum.

          Konsumsex bedient den perfekten narzisstischen Traum: In Pornotopia bekommst du alles, was du willst – sofort, jederzeit und ohne Anstrengung. Pornos lehren: Mir steht alles zu. Ich muss nichts investieren. Nur meine Befriedigung zählt! Der Konsument hat maximale Kontrolle, kann mit einem Klick über Alter, Ethnie, Oberweite und Praktiken entscheiden, ohne sich selbst emotional einlassen oder kommunizieren zu müssen. Diese narzisstische Anspruchshaltung überträgt sich nicht selten auf die Partnerschaft und zerrüttet die sexuelle Intimität. »Es ist, wie wenn er eine Schablone auf mich legt und sein Phantasiekino an mir abspult. Ich bin gar nicht gemeint«, drückte eine Frau den Schmerz vieler Partnerinnen aus. In vielen Fällen erlischt das sexuelle Interesse an der Partnerin, die mit den intensiven digitalen Stimulanzien nicht mithalten kann.

          Neben dieser Entfremdung von eigenen Gefühlen und denen der Partnerin oder des Partners spielt die Ambivalenz und Verwirrung der Intuition eine wichtige Rolle, die Gleichzeitigkeit verwirrender Botschaften (s. o. anonyme Intimität etc.) mit Faszination und Erregung: »Das ist eklig und brutal, aber es macht mich doch an«, »Das ist menschenverachtend und ich muss es mir doch wieder und wieder reinziehen«, erzählen uns Betroffene immer wieder. Diese Ambivalenz, die die Scham und Sprachlosigkeit aufrechterhält, erleben schon Kinder und Jugendliche, die damit meistens alleine bleiben.

          In der Präventionsarbeit erleben wir, dass Jugendliche sich in ihren ambivalenten Gefühlen zu Pornografie und in ihren Fragen zu Liebe, Sexualität und Beziehungen Orientierung wünschen. In Gesprächen mit Jugendlichen ist entscheidend, nicht moralisierend aufzuklären, sondern mit einem Verständnis für die Macht und Faszination der Bilder über Risiken und Nebenwirkungen des Pornokonsums zu informieren und sie darin zu bestärken, ihre eigene Intuition und gesunde Grenzen wahrzunehmen und ernst zu nehmen und sich ihre ganz individuelle Entdeckungsreise von Liebe und Sexualität nicht stehlen zu lassen.

          Fit for Love?, eine bindungsorientierte Sexualpädagogik für Multiplikatoren zur Prävention von Pornografiekonsum, unterstützt Teenager darin, Liebe und Sexualität in ihrem Sinnzusammenhang und ihren Herausforderungen (u. a. der Spannung zwischen Bindung und Autonomie) zu verstehen. Die Ziele von Fit for Love? sind:

          – Vermittlung eines positiven Verständ- nisses von Sexualität in ihrer körper lichen, psychischen und Beziehungs- dimension

          – Förderung der Empathie- und Liebesfähigkeit

          – Sensibilisierung für die Folgen von Pornografiekonsum

          – Prävention von süchtigen Konsummustern

          – Prävention in Bezug auf sexuelle Gewalt

          »Bildung« bedeutet sprachgeschichtlich, einer Sache »Gestalt und Wesen geben«. Im Zentrum des Praxisbuches »Fit for Love?« stehen daher Bilder und Symbole, die etwas von dem Wesen und der Bedeutung von Liebe und Sexualität vermitteln, u. a. dem inneren Zusammenhang von Freiheit und sicherer Bindung, Spaß und Verantwortung (Fallschirmsprung), von Leidenschaft (Lagerfeuer oder Flächenbrand), dem Wesen eines Suchtverhaltens (Angelhaken, Gollums Märchen u. a.) und der Fähigkeit, Spannung auszuhalten (Bogenschießen), um eigene Ziele bzw. Beziehungswünsche zu erreichen. Mädchen spricht besonders das Bild des inneren Gartens an, ein Bild für die Identität – wer bin ich, was gehört zu mir, was will in mir aufblühen? – als Voraussetzung für Intimität: ein Raum der Vertrautheit und Lebendigkeit, den Liebende miteinander mit allen Sinnen genießen. »Wie wir lieben, zeigt letztlich, wer wir sind.« (R. Rohr)

          www.gruenerkreis.at/sites/default/files/uploads/magazin/attachements/magazin-ausgabe-103.pdf

          Copyright © Fachzeitschrift Grüner Kreis 2017

          03/2019 »Fernsehbeitrag NDR Hallo Niedersachsen«

          Hallo Niedersachsen – 28.03.2019 19:30 Uhr

          Jugendliche und die Macht der Spiele

          Mediensucht ist eine von der Weltgesundheitsorganisation anerkannte Krankheit. Mit etwa 14 Jahren beginnt für viele der Sog der sozialen Medien und der Spiele.

          Über diesen link können Sie sich den Beitrag anschauen:

          https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Mediensucht-unter-Jugendlichen-nimmt-zu,hallonds50634.html

          04/2019 »Mitwirkung an der ZDFinfo Doku – Milliardengeschäft Porno – Gefahr aus dem Internet«

          Pornografie ist ein Milliardengeschäft. Und mittendrin: Deutschland. Viele profitieren davon, und Experten warnen vor Schattenseiten.

          Beitragslänge: 88 min
          Datum: 

          Über diesen link können Sie sich den Beitrag anschauen:

          https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/milliardengeschaeft-porno-gefahr-aus-dem-internet-102.html

          08/2019 »Die Dosis macht das Gift«

          HAZ Logo

          04/2020 »Zocken für die Risikogruppen«

          Locker bleiben: Experten raten Eltern zu mehr Gelassenheit aber auch festen Regeln beim Medienkonsu

           

          06/2020 »Wie schädlich sind Pornos?«

          Leonie Feuerbach in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, aktualisiert am 04.06.2020

          Pornographie ist ein Massenphänomen. Unter den 30 Websites, die in Deutschland am meisten besucht werden, finden sich vier Pornoseiten. Und die Zugriffe nehmen immer weiter zu: „pornhub.com“ wurde 2019 ganze 42 Milliarden Mal besucht, achteinhalb Milliarden mehr als im Vorjahr. Und 2018 waren es schon fünf Milliarden mehr als 2017 gewesen. (hier weiterlesen)

          Wir durften ebenfalls am FAZ+ Artikel „Porno-Sucht-Den Sex zu zweit muss er erst lernen“ mitwirken.

          06/2020 »Mitwirkung an der WDR Doku – Wenn Pornos zur Sucht werden – Felix kämpft sich in ein neues Leben«

          Es gibt diesen Moment, da kann Felix (31) nicht mehr stoppen. Dann geht er wieder auf Pornoseiten, verliert sich in den tausenden von Videos und findet erst Stunden später wieder raus. Elend fühlt er sich dann und leer. Nichts wünscht sich Felix mehr, als diese Sucht nach Pornos, wie er es nennt, endlich hinter sich zu lassen.

          Ein Film für Menschen hautnah von Ulf Eberle.

          Beitragslänge: 42:14 min
          Datum: 02.06.2020

          Kooperation mit Unternehmen und Organisationen

          Im Bereich Prävention und Fortbildung arbeiten wir seit Jahren mit etlichen Unternehmen eng zusammen – schwerpunktmäßig in der Region Hannover. Diese Kooperation findet in unterschiedlichen Kontexten statt, häufig im Rahmen von Projekt- und Präventionswochen, aber auch in separaten Unterrichtseinheiten und an Projekttagen. Des Weiteren veranstalten Betriebe für ihre MitarbeiterInnen Fortbildungen in Zusammenarbeit mit unserer Fachstelle.

          Die folgende Auswahl steht stellvertretend für Firmen und Institutionen, mit denen wir kooperieren. Wir freuen uns über das uns entgegengebrachte Vertrauen.

           

          Sparkasse Logo

          RT_partner3

          Bundeswehr_Logo

          Volkswagen_logo

          Schulen, die bereits langjährig mit uns kooperieren (Auswahl)

          Wir arbeiten seit Jahren mit vielen Schulen, schwerpunktmäßig in der Region Hannover, im Bereich von Prävention und Fortbildung eng zusammen. Diese Kooperation findet in unterschiedlichen Kontexten statt. Häufig im Rahmen von Projekt- und Präventionswochen, aber auch in separaten Unterrichtseinheiten und an Projekttagen. (mehr …)

          Video Didacta

          Button VideoEin Einblick in »Fit for Love?«
          Haben Sie Interesse und möchten etwas mehr über „Fit for Love?“ erfahren?
          Hier geht`s zum Video!

          Sparkasse Hannover fördert „return-to-reality“ auch 2020!

          Immer mehr Schulen wenden sich an return-Fachstelle Mediensucht und bitten um die Durchführung von mediensuchtpräventiven Projekten.
          In Zeiten des mobilen (mehr …)

          Filter- und Zeitmanagement-Software für PC und Smartphone

          Viele Eltern möchten die Mediennutzung ihrer Kinder sinnvoll begrenzen. Technische Lösungen wie Filter- und Zeitmangement-Software können dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Die täglichen Auseinandersetzungen um die Medienzeiten lassen sich erfahrungsgemäß so erheblich reduzieren. Allerdings ist die praxistaugliche Begrenzung des heimischen Geräteparks gar nicht so einfach und bedarf der ständigen Anpassung. Es gibt keine „One-Click-Sorglos-Lösungen“.

          Wir kommen zu Ihnen in Ihre Schule oder Einrichtung. In einem Impulsvortrag werden geeignete Programme demonstriert und ein Überblick über die Kosten und deren Leistungsvermögen gegeben. Während des anschließenden Praxisteils werden individuelle Lösungen entwickelt. Auf mitgebrachten Geräten kann Software direkt installiert und konfiguriert werden.

          Kontakt:
          Diplom Sozialpädagoge Matthias Bald
          Eltern-Medientrainer, Media-Protect-Coach
          (freier Mitarbeiter bei return – Fachstelle Mediensucht)

          Tel.: 0170-7533950
          Mail: m.bald@comet-medientraining.de

          Reemt Itzenga

          Sozialpädagoge (B.A.)
          Religionspädagoge (B.A.):
          Prävention und Beratung

          r.itzenga@return-hannover.de
          Telefon: 0511/4897465-4

          „Jugger”- Gaming in real life?!

          „Jugger“ ist ein Mannschaftssport, der gar nicht einfach zu definieren ist. Am ehesten ist es eine Kombination aus Rugby, wobei jede Mannschaft einen Ballspieler(Qwik) verteidigen und freikämpfen muss, Handball, denn es lebt von (mehr …)

          Gruppe für Frauen von internet-sexsüchtigen Partnern

          Gruppe für Frauen die unter dem Pornografie-Konsum ihres Partners leiden und Unterstützung suchen.
          Sie haben viele Fragen? Fühlen sich betrogen? Machen sich vielleicht selbst Vorwürfe? In einer vertrauensvollen Atmosphäre können Sie über Ihre Fragen und Sorgen mit anderen Frauen ins Gespräch kommen, Ihre Gedanken äußern und sich gegenseitig im Umgang mit dieser Erschütterung unterstützen.

          Die Gruppentreffen finden monatlich statt, sind offen und werden von zwei unserer Mitarbeiterinnen angeleitet. Bei Fragen können Sie sich gerne unter der Nummer 0511-48974650 oder per E-Mail: info@return-hannover.de. melden.

          Unsere Haltung in einem Interview mit club700

          »return-to-reality.de«- Homepage für Jugendliche

          Die meisten Jugendlichen nutzen das Internet als erste Adresse, um Antworten auf Ihre Fragen zu finden, sich zu informieren oder um sich ein erstes Bild von einer Beratungsstelle zu machen.
          Gerade zu den Themen (mehr …)

          Gruppe für Porno-Aussteiger

          Gruppe für Männer die aus Ihrem Pornokonsum aussteigen und neben der Beratung weitere Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Die Gruppentreffen finden monatlich in unserer Fachstelle statt und werden von einer Fachkraft angeleitet.

          In einer vertrauensvollen Atmosphäre tauschen wir uns aus: über Erfolge und Niederlagen, Kämpfe und Sehnsüchte und Möglichkeiten, gute Grenzen für Sich zu finden.

          Bei Fragen können Sie sich gerne unter der Nummer 0511-48974650 melden.
          Oder per E-Mail: info@return-hannover.de.

          Unsere Haltung in einem Interview mit club700

          Friedensgespräche statt »Battlefield home« – Die Broschüre!

          Wie bringt man Eltern und ihre begeisterten, bisweilen auch exzessiv PC-spielenden Söhne dazu gemeinsam konstruktiv und wertschätzend (mehr …)

          Zur Zeit keine Beratung!

          Wichtige Info!
          Zum Schutz unser aller Gesundheit können bis auf weiteres leider keine persönlichen Beratung- und Therapiegespräche bei uns vor Ort mehr stattfinden. (mehr …)

          »XXX – return to love« Die Infobroschüre für Jugendliche!

          Pornografiekonsum – eine echte Herausforderung für Jugendliche!

          Viele Jugendliche konsumieren regelmäßig pornografische Inhalte im Internet. Sie bleiben mit ihren (mehr …)

          »Online betrogen?« – Der Ratgeber für Frauen

          Der 16-seitige Ratgeber „Online betrogen?“ für Frauen, die unter der Porno- oder Cybersexsucht ihres Partners leiden

          Ratgeber „Online betrogen?“ hier als download

          Sie können diesen Ratgeber auch in gedruckter Form in beliebiger Anzahl  für eine Schutzgebühr von 1,00 €/Stück zzgl. Versandkosten bei uns auf Rechnung bestellen. Hier bestellen!

          Bitte beachten Sie, dass wir unsere Materialien erst ab einer Gesamtrechnungssumme von 20,00 € versenden. Die Bestellung einer Kombination unterschiedlicher Broschüren ist selbstverständlich möglich.

          Ausführliche telefonische Beratung für Eltern

          „Unser Sohn spielt jeden Tag stundenlang am Computer und interessiert sich für sonst nichts mehr.“
          „Ich kann meine Tochter nicht mehr erreichen. Sie lebt nur noch im Netz.“ (mehr …)

          »run for return« – Sponsorenlauf beim HAJ Hannover-Marathon

          Am Sonntag, den 26. April 2020 findet im Rahmen des HAJ Hannover-Marathons zum zweiten Mal der Sponsorenlauf zugunsten von return – Fachstelle Mediensucht statt.

          Mit einem gemeinsamen Laufshirt kann auf verschiedenen Distanzen (mehr …)

          »Der Klick zum Kick – Internetpornografie zwischen Tabu und täglicher Versuchung«

          Pornografie ist im Zeitalter der Digitalisierung zu einem Massenphänomen geworden. Sie wird in unserer von persönlicher Freiheit und medialer Unterhaltung geprägten Gesellschaft vielfach als selbstverständliches Konsummittel und als legitime Form des individuellen sexuellen Lustgewinns betrachtet.

          Ein genauerer Blick auf das Wesen pornografischer Sexualität lohnt sich. Welche Folgen kann ein regelmäßiger Konsum nach sich ziehen? Unsere 16-seitige Broschüre „Der Klick zum Kick“ informiert pädagogische und therapeutische Fachkräfte, Eltern und Betroffene.

          Infobroschüre „Der Klick zum Kick“ hier als download. Herunterladen

          Sie können diese Broschüre auch in gedruckter Form in beliebiger Anzahl  für eine Schutzgebühr von 1,00 €/Stück zzgl. Versandkosten bei uns ab dem 30.10.2020 auf Rechnung bestellen.

          Bitte beachten Sie, dass wir unsere Materialien erst ab einer Gesamtrechnungssumme von 20,00 € versenden. Die Bestellung einer Kombination unterschiedlicher Broschüren ist selbstverständlich möglich.

          Leben in 75cm²? – Der Elternratgeber

          Wenn Smartphone-Zeit zur Lebenszeit wird.

          Bestimmen Apps das Leben Ihres Kindes? Sind wirklich so viele Teens abhängig von Social Media, Messenger-Diensten oder Online-Spielen? (mehr …)

          Fortbildungen

          Sie arbeiten pädagogisch und/oder therapeutisch mit Kindern und Jugendlichen, oder beraten Erwachsene in Betrieben und werden von daher vermutlich mehr oder weniger stark auch mit den vielfältigen Auswirkungen deren Mediennutzung konfrontiert.

          Wir führen Fortbildungen, Workshops und Seminare zu den Themenbereichen Computerspiele, bzw. -abhängigkeit, Internetpornografie und Onlinesexsucht sowie Kommunikation und virtuelle Identitäten im Netz durch.

          Unsere Fortbildungen sind geprägt von unseren vielfältigen Erfahrungen aus Therapie- und Beratungspraxis und werden individuell an den Bedarf der Zielgruppe angepasst, um den TeilnehmerInnen ein möglichst hohes Maß an praktischem Nutzen zu ermöglichen. Wir wollen Impulse setzen, um die Auswirkungen einer ungebremsten Mediatisierung auf die Identitätsentwicklung der nachfolgenden Generation deutlich zu machen und Perspektiven aufzuzeigen, wie der Umgang damit gelingen kann.

          Auf diese Notwendigkeit und den Bedarf möchten wir mit unserem Angebot reagieren.

           

          Wir bieten Fortbildungen für unterschiedliche Zielgruppen an:

          -Sozialarbeiter
          -Erzieher
          -Mitarbeiter der Jugendhilfe
          -Lehrkräfte
          -weitere pädagogische Fachkräfte
          -Mitarbeiter in Betrieben
          -Eltern
          -Therapeuten
          -uvm.

          Nach Absprache können folgende Fortbildungstypen durchgeführt werden:

          -Vortrag
          -Workshop/Seminar
          -Halbtagsfortbildung (ca.4h inkl. Pausen)
          -Ganztagsfortbildung (ca.7h inkl. Pausen)

          Fortbildungsinhalte (individuelle Schwerpunktsetzungen je nach Interesse möglich):

          1. Grundsätzliche Überlegungen und Thesen
          zur Ausbreitung der virtuellen Realität in kindlichen und jugendlichen bzw. auch erwachsenen Lebenswelten.

          2. Computerspiele
          – Attraktoren
          – Belohnungsstrukturen, Auswirkungen auf Motivation und Bildungsprozesse
          – Suchtdynamik und andere Gefährdungspotentiale
          – Abzockmechanismen in „kostenlosen“ Spielen
          – Beratungstools für die Arbeit mit Jugendliche, Eltern und betroffenen Erwachsenen
          – präventive Ansätze

          3. Kommunikation im Netz
          – Attraktoren und Mechanismen
          – Gewinne und Verluste, kritische Anfragen
          – Beratungstools für die Arbeit mit Jugendlichen und Eltern

          4. Internetpornografie
          – grundlegendes Verständnis, Darstellung unterschiedlicher Positionen und
          Bewertungen
          – Verbreitung des Konsums
          – Erkenntnisse der Wirkungsforschung
          – mögliche Problemkreise (Sucht, sexuelle Grenzüberschreitungen,
          Beeinträchtigungen in der Partnerschaft)
          – Umgang mit Betroffenen und Angehörigen in Beratung und Therapie
          – Fit for Love? – ein innovatives Praxisbuch zur Prävention jugendlichen
          Pornografiekonsums (www.fit-for-love.org )

          5. Arbeit mit Eltern
          – Förderung von Medienmündigkeit
          – Grenzen und Regeln
          – Filterschutz- und Zeitmanagementsoftware
          – Hilfen für das Gespräch zwischen Eltern und Kindern

          Methoden:

          – Vortrag
          – Gruppenarbeit
          – Fallbeispiele
          – Diskussion
          – Filmausschnitte aus PC Spielen
          – umfangreiche Seminarunterlagen

          Fortbildungen haben wir bisher unter anderem durchgeführt für:

          – Langeooger-Psychotherapiewochen 2008, 2009, 2011, 2012, 2013
          – Lindauer-Psychotherapiewochen 2010, 2011
          – Berliner Mediensuchtkonferenz (GVS)
          – BKK Akademie
          – Ärztekammer Niedersachsen
          – Niedersächische Landesstelle für Suchtfragen (NLS)
          – Arbeitsgemeinschaft Psychotherapie und Seelsorge (APS)
          – EC-Bundesverband
          – Stadt Hannover – Fachbereich Jugend und Familie
          – Forschungsverbund Familiengesundheit (Mutter-Kind-Kliniken)
          – Suchtselbsthilfe (Bundesverband Blaues Kreuz in der evangelischen Kirche)
          – in Eigenregie organisierte, überregionale Fachtagungen

          Hier finden Sie eine Auswahl an Schulen, die bereits langjährig mit uns kooperieren.
          Hier finden Sie eine Auswahl an Unternehmen und Organisationen, die mit uns kooperieren.

           

          Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Ihr Interesse geweckt haben.
          Melden Sie sich gerne und vereinbaren Sie einen Termin zur konkreten Planung einer Veranstaltung. Sie erreichen uns während unserer Telefonsprechzeiten donnerstags von 10:00 bis 12:00 Uhr unter der Nummer 0511-48974650. Oder per E-Mail: info@return-hannover.de.

          Förderer der Fachstelle return: