Prävention von Pornografiekonsum, Sexting und sexueller Gewalt
– Eine bindungsorientierte Sexualpädagogik
Aktuelle Ausbildungstermine:
13. und 14.11.2026 in Hannover (hier finden sie mehr Informationen)
Pornokonsum fördert sexuelle Gewalt – online und offline
Viele Kinder und Jugendliche werden schon früh mit Pornografie im Netz konfrontiert. Nicht wenige etablieren ein regelmäßiges Konsummuster mit Steigerung gewaltverherrlichender Inhalte oder Übergängen zu interaktivem Cybersex und Sexting. Dabei sind Pornos nicht harmlos. Sie prägen stark die sexuelle Lerngeschichte, Phantasien und Erwartungen und die Wahrnehmung von Mädchen/Frauen als verfügbare Sexobjekte. Zahlreiche Studien belegen: Pornokonsum gefährdet die Beziehungsfähigkeit, fördert sexuelle Gewalt und birgt ein hohes Suchtpotential.
Jugendliche bleiben als Folge einer Normalisierung des Konsums bei gleichzeitig weitverbreiteter elterlicher Sprachlosigkeit vielfach alleine mit den Dynamiken und verwirrenden Gefühlen und Botschaften der Pornografie.
Was Jugendliche deshalb brauchen, sind geschulte Erwachsene, die ihnen nicht schamverletzend und moralisierend, sondern wertschätzend und gesichtswahrend dabei helfen, das Wesen und die Wirkungen pornografischer Sexualität zu durchschauen und eine eigene Haltung dazu zu entwickeln.
„Fit for Love?“ – Kann man lieben lernen?
Liebe und vertrauensvolle, tragfähige Beziehungen werden in Umfragen als höchstes Gut oder zentrales Lebensziel genannt. Aber wie kann dies gelingen? Und woran scheitert es so häufig? Was sind Voraussetzungen, um sowohl Empathie und Wertschätzung für das Gegenüber als auch Selbstvertrauen und mündige Autonomie zu kultivieren?
In der Ausbildung wird ein Verständnis von Liebe, menschenwürdiger Sexualität und sicherer Bindung und ihren Herausforderungen und Ambivalenzen in digitalen Zeiten vermittelt, um Jugendliche in ihrer Selbstfürsorge, Empathie- und Beziehungsfähigkeit zu stärken. Jugendliche werden ermutigt, einen selbstbestimmten und verantwortlichen Umgang mit ihrer Sexualität und ihren Beziehungen, auch im digitalen Raum, zu entwickeln, der gesunde Grenzen bei sich und anderen wahrnimmt und achtet.
Zielgruppe und Anwendung:
Pädagogische Fachkräfte in Schule und Jugendarbeit.
Geeignet für weiterführende Schulen ab 6.Klasse bis junge Erwachsene. In Schulen, kirchliche oder offene Jugendarbeit, Wohngruppen,
Vereinen …
„Fit for Love?“ kann unser Beitrag sein in Ihrem Konzept zur Medienbildung, Suchtprävention, Sexual- und Persönlichkeitsbildung und zur Prävention von sexueller Gewalt.
Inhalte:
In der zweitägigen Trainerausbildung (16 UE a 45 min) werden Theorie und Praxis der bindungsorientierten Sexualpädagogik des gleichnamigen Praxisbuchs „Fit for Love?“ vermittelt, praxisnah vertieft und eingeübt. Mit der Teilnahme wird das Zertifikat zum /zur „Fit for Love?-Trainer/in“ erworben.
Weitere Schwerpunkte der Ausbildung:
– Liebe und Sexualität: Ein salutogenetisches und bindungsorientiertes Verständnis
– Digitale Lebenswelten (Social Media, Onlyfans…) und sexuelle Grenzverletzungen
– Risiko- und Schutzfaktoren sexueller Gewalt
– Jugend & Pornografie: Nutzungsmotive, Wirkungen, Entwicklungs-psychologische und sexualwissenschaftliche Aspekte
– Wie entstehen süchtige oder narzisstische, missbräuchliche Dynamiken im Kontext von Sexualität und Medienkonsum?
– Sexuelle Lerngeschichte und Beziehungskompetenz – was fördert oder erschwert Selbstvertrauen, positives Körpergefühl, gesunde Grenzen, Resonanzfähigkeit und vertrauensvolle Liebesbeziehungen?
– Herausforderungen und Gütekriterien für die sexualpädagogische Arbeit:
– Wie werden wir sprachfähig und können gesichtswahrend in einen Diskurs einladen, ohne Schamgefühle zu verletzen?
Mit praktischen Übungen
Unter Berücksichtigung von Zielgruppe, Kontext und Bildungsbedarfen werden dann Bausteine und Unterrichtseinheiten vorgestellt und praktisch erprobt zu den Themen
– Liebe, Beziehung, Sexualität
– Pornografie, Sexting und sexuelle Grenzverletzungen
– Prävention von Mediensucht
Leitung und Durchführung:

Dipl. Psychologin
langjährig als Psychotherapeutin mit Schwerpunkt sexuelle Traumatisierung und Internet-Sexsucht tätig
Autorin von Fit for Love?
Nikolaus Franke
Bildungswissenschaftler (M.A.)
Politikwissenschaftler (M.A.)
jahrelange Erfahrung in sexualpädagogischer Praxis
Das Präventionsprogramm „Fit for Love?“ wird seit 2013 angewendet und von beiden weiterentwickelt.
Ort und Zeit
Die 2-tägige Ausbildung wird zweimal jährlich in Hannover in der Fachstelle return durchgeführt. Darüberhinaus kommen wir bei Interesse auch in Ihre Einrichtung, Schule, lokales Netzwerk oder Verband. Fragen Sie uns gerne an.
Aktuelle Fortbildungstermine, Anmeldung und weitere Infos:
13. und 14.11.2026 in Hannover (hier finden sie mehr Informationen)
Benötigte Literatur:
Die Fortbildung basiert auf unserem Praxisbuch „Fit for Love? Prävention von Pornografiekonsum und sexueller Gewalt“,
geht aber in Theorie und Praxis über die Inhalte des Buches hinaus. Weitere Infos zum dazugehörigen Buch: www.fit-for-love.org
„Spannend aufbereitet, prägnant und hoch kompetent: Dieser Kurs bietet konkrete Lösungen für die am schnellsten wachsende Sucht der Gegenwart. Er gehört an jede Schule, in die Jugendarbeit und in Familien.“
Dr. Johannes Hartl (Bestsellerautor, Theologe und Philosoph)
„Ich habe schon sehr viele Fortbildungen zur Suchtprävention besucht. Noch nie war ich danach so motiviert, das Gelernte in die Praxis umzusetzen.“
Lukas Becker (Fachkraft für Suchtprävention)
„Fit for Love?“ kennzeichnet einige Kernkriterien, die in anderen sexualpädagogischen Konzepten weniger oder gar nicht betont werden:
Entwicklungssensibel: Wir achten besonders darauf, sexualpädagogische Themen auf das Alter der entsprechenden Zielgruppe hin zu kontextualisieren. Sensible Inhalte wie die Prävention von Pornografiekonsum und Missbrauch werden gesichtswahrend und ohne Schamgefühle zu verletzen thematisiert. Für weiterführende Schulen (ab 6.Klasse) bis junge Erwachsene.
Bindungsorientiert: Neben Lust, Neugierde, Identitätsfragen und Kinderwunsch spielen bei der Mehrzahl der Menschen in der Sexualität auch Bindungsbedürfnisse eine wesentliche Rolle. Diese werden in unserem Programm konsequent berücksichtigt. Sichere Bindungen sind zudem ein wesentlicher Schutzfaktor vor sexueller Gewalt, darum werden deren Voraussetzungen (wie Selbstwert, Autonomie, Empathie und Vertrauen/gesundes Misstrauen) gefördert.
Resilienz und Salutogenese als Grundlage und Bausteine der Prävention: Junge Menschen sind mit verschiedenen Einflüssen konfrontiert, die ihre Sexualität ungut beeinflussen können: Pornografische Darstellungen, sexuelle Belästigung im Netz, sexuelle Viktimisierung, Verletzungen und Vertrauensbrüche in romantischen Beziehungen u.v.m. „Fit for Love?“ liefert einerseits konkrete Prävention zu jedem dieser Themen als auch eine grundsätzliche Stärkung der Resilienz des jungen Menschen. Dazu gehört auch ein salutogenetisches Verständnis, was gesunde Liebesbeziehungen und Sexualität ausmacht.
Motivational: In unserem Workshop schauen wir dahinter: Was motiviert unser Verhalten? Wie entstehen gute und ungute Dynamiken im Kontext von Beziehungen, Sexualität und Medienkonsum? Junge Menschen sollen in unseren Workshops nicht nur die Sexualität, sondern auch sich selbst besser verstehen lernen.
Liebe ist mehr als Lust: Viele junge Menschen vermissen in der Sexualpädagogik die Thematisierung von Liebe, Verantwortung, Romantik, Zärtlichkeit, Beziehungskunst und Geduld. Wir geben in unserer Form der Sexualbildung der Liebeserziehung und Charakterentwicklung ausdrücklich Raum.
Entwicklungsräume in der Jugendwelt: Wer sich ausschließlich auf die Beschreibung der Jugendwelt verlässt, vergisst bisweilen den progressiven Charakter in der Sexualentwicklung. Wir adressieren junge Menschen in ihrem Bedürfnis, sich entwickeln, orientieren, abgrenzen und lernen zu dürfen – ohne gleich als sexuelle Weltmeister in die Erwachsenenwelt stolpern zu müssen.
Transparente Einladung in einen Diskurs: Wir stehen dem Phänomen Mainstream-Pornografie kritisch gegenüber. Diese kritische Position machen wir transparent, ohne junge Menschen zu manipulieren oder zu überwältigen. Wir laden sie ein, zu einer Selbstpositionierung zur Normalität der Präsenz von Pornografie und ihrer transportierten Botschaften, stereotypen Geschlechtsrollen und Gewaltverherrlichung zu finden.


